BMW 760i Mehr geht nicht
Es wird eng für BMW. Weil ab 1. Januar 2003 die Marke Rolls-Royce zum Münchner Konzern gehören wird und weil die neue, von BMW entwickelte Luxuslimousine der Briten dann rasch vorgestellt werden soll (bevor der Maybach sämtliche Multimillionäre in seinen Bann zieht), bleibt nicht mehr viel Zeit. Die wenigen Wochen bis zum Jahreswechsel nutzen die Münchner, um ihre 7er-Baureihe zu komplettieren. Mit dem Zwölfzylinder-Topmodell, das an die Spitze sämtlicher Autos mit dem BMW-Logo rückt.
Ab Januar wird der Wagen ausgeliefert, zu Preisen ab 110.600 Euro für die Standardversion und ab 116.000 Euro für das gestreckte Modell mit einem um 14 Zentimeter verlängerten Radstand. BMW nennt diesen Wagen ganz vornehm eine "eigenständige Ausführung mit fondorientierter Ausstattung". Offiziell heißt die Version 760Li.
Ohne das "L" bleibt der 760i übrig, und das ist immer noch ein stattliches Auto. Auf den vorderen Kotflügeln finden sich bei den Top-Typen "V 12" Embleme, die so genannte BMW-Niere an der Frontpartie des Fahrzeugs ist mit einem dickeren Chromrand versehen, der Wagen rollt mit exklusiven Speichenrädern vor und mit schwarz lackierten B-Säulen sowie ebenso schwarzen Außenspiegelfüßen. Diese Kleinigkeiten sollen auf etwas Großes hinweisen, nämlich den neuen Zwölfzylindermotor.
Es handelt sich um eine Maschine mit rund sechs Liter Hubraum, deren beide Zylinderbänke in einem Winkel von 60 Grad zueinander stehen. Die Leistung des Motors gibt BMW mit 445 PS (327 kW) an, das maximale Drehmoment mit 600 Newtonmeter. Weltweit erstmals kombinieren die Münchner bei diesem Aggregat die Benzin-Direkteinspritzung (für mehr Leistung) mit der Ventilsteuerung Valvetronic (für geringeren Verbrauch).
Leider ziert sich das Unternehmen derzeit noch, konkrete Verbrauchswerte zu nennen. "Die wollen wir noch nicht verraten", sagt BMW-Sprecher Wieland Bruch, "nur so viel: Wir stehen im Vergleich mit den Konkurrenten sehr gut da." Die Geheimniskrämerei ist offenbar wohl kalkuliert. Einerseits möchte BMW die Neuigkeit vom Zwölfzylinder-Modell verbreiten, weil derzeit die Konkurrenz aus Stuttgart mit dem Maybach auf Deutschlandtournee unterwegs ist. Andererseits soll noch nicht jedes Detail verraten werden, denn die offizielle Vorstellung des Fahrzeugs mit der Gelegenheit zu ersten Fahrtests findet erst in einigen Wochen statt.