BMW Concept M5 Das Konjunktiv-Geschoss
Stopp, so einfach ist es natürlich nicht. Es handelt sich um ein Konzeptauto, also schwelgt BMW im Konjunktiv. Offiziell also heißt es über den Wagen, die Entwickler hätten "jetzt ihre Gedanken" zu einem neuen BMW M5 "in eine erste Form gebracht". Die Ideen seien "schon recht weit gediehen", das Thema sei "reizvoll". Daher sei "damit zu rechnen", dass im Laufe des Jahres 2004 "ein möglicher Nachfolger" des bisherigen BMW M5 "entstehen und angeboten werden könnte".
Dichter Nebel sozusagen, oder anders gesagt: viel Geschwalle. Fest steht längst, dass im Herbst der neue BMW M5 auf die Straße rollt. Die Münchner wären ja auch falsch in diesem Geschäft, wenn sie das Feld der hochgerüsteten Geschäftswagen den Konkurrenten von Audi, Jaguar und Mercedes überlassen würden. Und vermutlich wird sich der künftige M5 auch kaum von der beim Genfer Salon gezeigten Studie unterscheiden.
In weniger als fünf Sekunden von Null auf Hundert
Denn erstens sieht das Auto stark aus, ohne deshalb zu protzig zu wirken. Und zweitens bleibt ja auch nicht mehr allzu viel Zeit, um noch großartige Änderungen vorzunehmen. Offenbar hat sich BMW vorgenommen, in der Klasse der "Augen-zu-und-durch"-Limousinen die Messlatte wieder mal ein ganzes Stück höher zu legen. Unter der Haube des Konzeptautos jedenfalls steckt ein V10-Zylinder-Hochdrehzahl-Motor - mithin das weltweit erste Formel-1-ähnliche Aggregat in einer Limousine. Der tiefer gelegte und rundum stattlich beplankte Wagen tritt mit entsprechend beeindruckenden Leistungsdaten an. 500 PS (368 kW) kitzelt der Motor aus fünf Litern Hubraum, das maximale Drehmoment gibt BMW mit 500 Nm an. Der Spurt von 0 auf Tempo 100 soll "in deutlich weniger als fünf Sekunden" möglich sein. Von 0 auf 200 km/h sollen gerade mal 13 Sekunden verstreichen.
Damit schöbe sich der BMW M5 an den Konkurrenzmodellen vorbei, unter denen derzeit der Mercedes E55 AMG mit einem 5,5-Liter-V8-Kompressormotor (476 PS, 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h) die Spitzenstellung innehat, dicht gefolgt vom Audi RS6. Auf jeden Fall würde der neue M5 das bisherige Modell aus Dingolfing locker in den Schatten stellen. Bislang war das Maß der Dinge ein 4,4-Liter-V8-Aggregat mit 333 PS und einem Spurtvermögen von 5,8 Sekunden. Der Wagen kostete 57.600 Euro. Dieser Wert wird natürlich ebenfalls extrem nach oben gehen, vermutlich in die Region um 90.000 Euro, wo die Modelle von Mercedes und Audi längst positioniert sind.
BMW schweigt über Ausstattung
Neben dem Motor wird das künftige Geschoss - ebenso wie jetzt in der Studie gezeigt - bei einem Siebengang-SMG-Getriebe ausgerüstet sein, das sowohl manuelles Schalten per Lenkradwippen, als auch Dahinbrausen im Automatikmodus ermöglicht. Zum Aluminiumfahrwerk des Wagens gehören ein variables Sperrdifferenzial und ein speziell abgestimmtes ESP. Fürderhin extrabreite Reifen der Dimension 285/35 ZR 19 hinten und 255/40 ZR 19 vorne. Solche jedenfalls sind auf der Studie montiert, und wer weiß, vielleicht ist hier der Konjunktiv ja tatsächlich angebracht und der Serien-M5 bekommt ein ganz anderes Gummikaliber an die Füße.
Über die Ausstattung des kommenden M5 schweigt BMW beredt. "Ohne bereits auf Details einzugehen lässt sich doch sagen, dass für die anspruchsvollen Kunden im speziellen Marktsegment hier besondere Lösungen realisiert wurden." Wir tippen auf Leder, Aluminium, eventuell Kohlefaser. Vom Rest lassen wir uns gerne überraschen - falls das Auto tatsächlich kommt.