BMW Drei Weltpremieren aus Bayern
Die Bayern gaben bereits jetzt ihre Neuheiten bekannt, die sie in Detroit ins Scheinwerferlicht rücken wollen. Von drei Weltpremieren ist die Rede, und zudem zeigen die Münchner erstmals den neuen Mini Cooper, der damit in den USA sein Debüt feiert.
Während in Europa der Mini bereits seit Monaten auf Autoausstellungen gezeigt wird, darf in Detroit erstmals das US-Publikum zur Sitzprobe in dem kleinen Retromobil Platz nehmen. Doch Minimobile haben seit jeher einen schweren Stand im Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten. Daher wird sich das Interesse wohl vor allem auf die anderen BMW-Premieren konzentrieren.
Vorgestellt wird zum Beispiel der neue Sechszylinder-Reihenmotor. Das Triebwerk löst die bisherige Maschine ab und mobilisiert wie diese ein maximales Drehmoment von 350 Nm. Die Leistung des neuen Motors wurde gegenüber dem Vorgänger jedoch leicht gesteigert. Sie liegt bei 325 PS (239 kW), während die abgelöste Maschine 321 PS (236 kW) leistete.
Die ohnehin schon beachtlichen Fahrleistungen werden davon kaum berührt. Die Elektronik riegelt bei 250 km/h ab, der Spurt von 0 auf 100 km/h ist in 5,3 Sekunden möglich. Der Motor kommt im aktuellen M3, im M Coupé und im M Roadster zum Einsatz.
Noch stärker ist die 3,2-Liter-Sechszylinder-Maschine im neuen M3 Cabrio, das ebenfalls in Detroit sein Debüt gibt. BMW schwärmt, das offene Auto mit dem elektrisch bedienbaren Verdeck sei "das einzige viersitzige Hochleistungscabrio in der Preisklasse über 100.000 Mark". Genau gesagt sogar über 113.000 Mark, denn so viel kostet der Wagen in der Grundausstattung. Der M3-Sechszylinder-Reihenmotor leistet übrigens 343 PS (252 kW) und liefert ein maximales Drehmoment von 365 Nm ab. Auch die dritte Weltneuheit von BMW setzt auf bizarre Leistungsdaten: Es handelt sich um die Hochleistungsversion (sinnigerweise mit HP abgekürzt) des Allradautos X5.
Der X5 HP also steht auf der Messe mit einem 4,6-Liter-V8-Motor unter der Haube. Diese Maschine bietet eine Leistung von 347 PS (255 kW), ein Drehmoment von 480 Nm und ein Spurtvermögen von 6,5 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h. Kokett fügen die blau-weißen Autobauer an, die Höchstgeschwindigkeit werde "über 240 km/h" liegen.
Vielleicht ist es nur konsequent, solche Fahrmaschinen, die in der Regel ja nur einen Autofahrer und eventuell ein paar Golfschläger von A nach B befördern, in den USA vorzustellen. Dort, wo die Entfernungen riesig, die Straßen breit, die Parkplätze groß und der Spritpreis klein ist.
Freude am Fahren, so die BMW-Botschaft der Autoshow in Detroit, gibt es vor allem in übermotorisierten Brachial-Fahrzeugen. Gut, dass wir das schon vier Wochen vor Beginn der Veranstaltung wissen.