BMW in Genf Weiß-blau und rosarot
Mehr als 1,3 Millionen Autos verkaufte der BMW-Konzern im vergangenen Jahr weltweit. Zieht man die Mini- und Rolls-Royce-Modelle ab, bleiben noch gut 1,1 Millionen Fahrzeuge der Marke BMW. Und damit kamen die Münchner im vergangenen Jahr zum ersten Mal vor dem ewigen Rivalen aus Stuttgart ins Ziel. "Wir haben den Spitzenplatz, und nun wollen wir auch vorne bleiben", erklärte Vorstandschef Panke am Vorabend des Auto-Salons in Genf. Nicht nur das, man wolle den "Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb weiter ausbauen", verkündete der Chef.
Die Erfolgsnachrichten kleidete Panke in Vergleiche mit dem Motorsport. Er sprach von Pole-Position, von gelungenen Überholmanövern, vom Team, bei dem es auf jeden Einzelnen ankomme, und natürlich von der Bereitschaft für Leistung und dem Willen zum Sieg. Ringsum waren im ehemaligen Wasserwerk der Stadt Genf zahlreiche BMW- und Mini-Rennwagen aufgestellt.
Zudem war die komplette Fahrerriege der Münchner angetreten, darunter die Formel-1-Racer Nick Heidfeld und Jacques Villeneuve. Außerdem war der Schweizer Rennstallbesitzer Peter Sauber anwesend, in dessen Team BMW seit dem 1. Januar Mehrheitseigner ist. Man stehe "vor der größten motorsportlichen Herausforderung der Unternehmensgeschichte", heißt es bei BMW. Schließlich treten die Münchner nach der Trennung vom britischen Rennstall Williams erstmals in Eigenregie im Formel-1-Zirkus auf.
Die hohen Drehzahlen beim Engagement im Rennsport sollen natürlich auch den Absatz ankurbeln - und das Image beschleunigen. Entsprechend zeigt BMW in Genf den neuen 320si, mit dem Andy Priaulx in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft den Titel verteidigen soll. Außerdem zwei extrem sportliche Weltpremieren: zum einen den Mini Cooper S mit einem speziellen "GT-Kit". Das Auto hat aus Gewichtsgründen keine Rückbank, dafür einen Dachspoiler, wilde Felgen und knallrot lackierte Außenspiegel. Ein auf 2000 Exemplare limitierte Stückzahl des 218-PS-Rennzwergs soll gebaut werden.
BMW enthüllte das nagelneue Z4 M Coupé als Rennsport-Kit. Dieses Auto soll "noch im Sommer in Kundenhand gelangen", wie Entwicklungsvorstand Burkhard Göschel sagte. Der wild aufgedonnerte und innen komplett ausgeräumte Rennwagen tritt mit dem bekannten 3,2-Liter-Reihensechszylinder an, der jedoch nach einer Spezialbehandlung bei der BMW Motorsport GmbH "zirka 400 PS" leistet. Ab Mai, so ließen die Münchner verlauten, könnten ambitionierte Privatfahrer den Pistenbully für rund 250.000 Euro ordern.