BMW M6: Klassenloser Leicht-Athlet - DER SPIEGEL
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BMW M6 Klassenloser Leicht-Athlet

Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich BMWs hauseigene Tuningabteilung M GmbH das 6er Coupé vornehmen würde. Anfang März ist es so weit. Auf dem Genfer Salon präsentiert die Münchener Edelschmiede den M6, "eines der schönsten Automobile der Welt", wie sie selber behaupten.
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Nüchtern betrachtet handelt es sich bei dem neuen Auto um ein optisch wie technisch sportlich getrimmtes 6er-Coupé, dem der Zehnzylinder-Motor aus dem M5 unter die Haube verpflanzt wurde. Das Hochdrehzahl-Triebwerk mit fünf Liter Hubraum leistet wie in der Limousine 507 PS (373 kW) und 520 Newtonmeter Drehmoment, die über ein sequenziell schaltendes Siebengang-SMG-Getriebe per Wählhebel oder über Schaltwippen am Lenkrad auf die Straße gelangt. Ein "noch kräftigerer und sportlicherer Sound" soll aus den vier Endrohren am Heck ertönen, wenn der 2+2-Sitzer in 4,6 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt, nach 14 Sekunden die 200er-Marke passiert bis auch ihm elektronisch bei 250 km/h elektronisch der Saft abgedreht wird. Damit wäre das Coupé noch einmal eine Zehntel Sekunde schneller als die Limousine.Möglich wurde das durch die Leichtbauweise. So bestehen beispielsweise das Dach und die Stoßfänger vorne und hinten aus Carbon, das bei gleicher Stabilität und Crash-Sicherheit erheblich weniger als Aluminium oder Stahl wiegt. Damit konnten die M-Ingenieure den Schwerpunkt senken, um höhere Kurvengeschwindigkeiten und reduzierten Nick- und Wankbewegungen zu ermöglichen und außerdem das Leistungsgewicht, die Formel für Fahrdynamik-Freaks, gegenüber der M5-Limousine von 3,5 Kilo auf 3,3 Kilo pro PS drücken.Agiler und bessere Fahrdynamik als der M5 Selbstverständlich wurde auch das Fahrwerk M-spezifisch an die neu gewonnene Kraft angepasst. Vom M5 unterscheidet es sich durch einen kürzeren Radstand und einen niedrigeren Schwerpunkt, was die Agilität und Fahrdynamik erhöht. Ergebnis: Rundenzeiten um acht Minuten auf der Nordschleife des Nürburgrings - noch so ein Gradmesser für reinrassige Rennsport-Enthusiasten. Nicht zuletzt deshalb beansprucht die BMW M GmbH, in bekannter Bescheidenheit, für den M6 auch eine eigene Klasse, weil mögliche Wettbewerber "entweder puristische Supersportwagen oder deutlich weniger agile Sportlimousinen" seien - was Fahrer eines Aston Martin Vanquish oder Bentley GT möglicherweise anders sehen werden.Die übrige technische Fahrwerksausstattung teilt sich der M6 ansonsten mit der M5-Limousine: vom zweistufig wählbaren Stabilitätsprogramm DSC, elektronischer Dämpferkontrolle EDC in drei Abstimmungen von sportlich straff bis komfortabel oder der "Power-Taste", mit der die Start-Leistung des Motors von 400 PS per Knopfdruck auf 507 PS erhöht und das Ansprechverhalten (Gasannahme, Schaltzeiten, Dämpferabstimmung) sensibilisiert wird.Wie bei den Fahrzeugen der M GmbH üblich, wurde der M6 optisch sportlich-dezent gestylt. Auffallend ist die bis dicht über die Straße herunterreichende Frontschürze mit den großen Luftöffnungen, um den Hochdrehzahl-Motor zu beatmen und zu kühlen. Flaps - kleine Spoilerlippen an der Frontschürze - sorgen für reduzierten Auftrieb an der Vorderachse. Die tiefen und bullig wirkenden seitlichen Schweller sind stärker ausgestellt als beim 6er-Coupé und sollen die Luftführung am Unterboden und die Aerodynamik verbessern. Alu-Schmiederäder eigens für M6 entwickeltDen gleichen Zweck hat auch der betonte Heckdiffusor, der zusammen mit dem in die Kofferraumklappe integriertem Spoiler und dem glatten Unterboden für geringen Hinterachsauftrieb sorgt. Eigens für den M6 entwickelt wurden die 19-Zoll-Alu-Schmiederäder mit fünf konturierten Doppelspeichen sowie 255er-Reifen vorn und in der Größe 285/35 ZR 19 an der Antriebsachse.Das Interieur suggeriert ebenfalls mit Lederausstattung, elektrisch verstellbaren Sportsitzen mit Lehnenbreiteverstellung, fahrerorientiertem Cockpit mit chromgefassten Instrumenten, roten Zeigern auf schwarzem Grund und weißer Corona-Beleuchtung Sportlichkeit. Verfeinern lässt sich das Ganze noch durch Volllederausstattung, Head-up-Display in der Frontscheibe oder mitlenkendes Kurvenlicht.Was das alles kosten wird, verrät BMW noch nicht. Ebenso wenig wie den Grundpreis, der aber laut BMW-Sprecher Joachim Holst "ganz sicher sechsstellig ausfallen wird". Spätestens im Frühjahr 2005, wenn der M6 beim Händler steht, werden wir es wissen.