BMW-Werk Leipzig Formel für Arbeit
"Wir haben in Leipzig nicht nur ein Montagewerk errichtet, sondern ein vollständiges Werk mit allen Kerntechnologien der Automobilproduktion", sagte BMW-Vorstandschef Helmut Panke bei der offiziellen Eröffnung der neuen Fabrik in der sächsischen Metropole. Die Londoner Architektin Zaha Hadid hat den Bau entworfen, der die einzelnen Fertigungsabteilungen sternförmig zusammenführt und wo Menschen und Roboter aus rund 23.000 Einzelteilen den BMW 3er zusammenfügen. 650 Autos können hier pro Tag gebaut werden, bei Vollauslastung des Werks werden 5500 Menschen hier arbeiten.
BMW-Werk in Leipzig: Produktion des 3er
"Warum baut die BMW Group ein neues Werk und warum baut sie es in Leipzig?", fragte Panke zu Beginn seiner Eröffnungsrede rhetorisch. Die Antworten folgten sogleich. Man wolle von derzeit 1,2 Millionen verkaufter Fahrzeuge pro Jahr den Absatz bis 2008 auf 1,4 Millionen steigern. Und Leipzig sei aus anfangs 250 möglichen Standorten ausgewählt worden, weil die Stadt "in der Summe unserer Kriterien zur Standortwahl am besten abgeschnitten hat", wie Panke erklärte. Neben solchen harten Faktoren spielte aber auch ein gewisser ökonomischer Patriotismus eine Rolle. "Die BMW Group hat ihre Wurzeln in Deutschland. Rund drei Viertel unserer Mitarbeiter arbeiten hier, mehr als die Hälfte unseres Einkaufsvolumens stammt aus Deutschland."
Seit dem Jahr 2001, als die Entscheidung zum Bau des neuen Werks in Leipzig fiel, hat BMW in das Neubauprojekt 1,3 Milliarden Euro investiert. Panke: "Dazu kamen aber seit dieser Zeit weitere vier Milliarden Euro, die in den Ausbau der bereits bestehenden Werke in Deutschland flossen." Der BMW-Chef formulierte das Fazit gleich selbst: "Der Standort Deutschland hat nach wie vor die Voraussetzungen für Erfolg im internationalen Wettbewerb."
Unter anderem deshalb, weil im Werk Leipzig die "BMW-Formel für Arbeit" zur Anwendung kommt. Durch sie kann auf Basis des Flächentarifvertrags die Produktionszeit der Fabrik zwischen 60 und 140 Stunden pro Woche variiert werden. Die persönliche Arbeitszeit der Beschäftigten und die Maschinenlaufzeiten sind unabhängig voneinander, was wiederum dem Unternehmen die Möglichkeit gibt, die Produktion sehr flexibel zu steigern oder zu senken.