BMW xActivity Das fehlende Dacherl
Weil es cool klingen soll, muss so ein Auto natürlich einen Namen erhalten, der wie ein Etikett wirkt: xActivity heißt die Studie, mit der BMW in Detroit von 11. bis 20. Januar zeigen möchte, was man in München "unter einem Sports Activity Vehicle" versteht. Prompt ist das nächste Namenskürzel in der Welt, nämlich SAV.
Und um die Verwirrung komplett zu machen, benennt BMW die SAV-Studie alias xActivity auch noch als Rahmencabriolet. Immerhin kann man sich darunter ein bisschen was vorstellen. Das Auto hat nämlich kein Dach, sondern nur eine schmale Verbindung über der Rücksitzbank. Dafür aber gibt es, anders als bei einem herkömmlichen Cabriolet, richtige Fensterrahmen. Von der A-Säule zieht sich eine breite Metallspange bis zum Heck, wo sie in einer C-Säule mit dem BMW-typischen Hofmeisterknick (der die Ecke im hinteren Seitenfenster ausmacht) endet. Eine B-Säule gibt es nicht, allerdings ist der eben beschriebene Rahmen durch den Einsatz eines breiten Streifens mattem Aluminiums deutlich hervorgehoben.
BMW möchte mit diesem Auto eine Verbindung herstellen zwischen der Spezies der Geländewagen und jener der Cabriolets. Sogar eine Prise Pick-up steckt im xActivity, denn am Heck ist eine Ladeklappe angebracht, die nach unten klappt, um den Kofferraum zu öffnen. Dabei wird ein Mechanismus in Gang gesetzt, der das Ladegut ein wenig nach hinten befördert, damit es bequem herausgenommen werden kann. Überhaupt das Heck: Hier probiert BMW offenbar eine neue Grafik aus, die möglicherweise in Zukunft die Rückseite der Serienmodelle etwas moderner als bislang erscheinen lassen soll.
Im Innern des Wagens fallen mehrere Details auf. Erstens lässt sich die komplette Klimaanlage mit nur einem Knopf bedienen. Zweitens sind viele Oberflächen mit offenem Rinderleder oder Neopren (Sitze) bespannt. Drittens schließlich kommen bei den Sitzen so genannte "smart materials" zum Einsatz, wobei in diesem Fall die Sitzoberflächen selbst zum Bedienelement für ihre Einstellung werden. Will heißen: Die Sitze reagieren auf direkten Druck von außen und lassen sich so in die gewünschte Form bringen.
Unter der Haube des 4,55 Meter langen Fahrzeugs steckt der bekannte 3-Liter-Reihensechszylinder mit 231 PS (170 kW) und einem Drehmoment von 300 Nm. Das Thema Fahrspaß dürfte damit befriedigend beantwortet werden können. Ein Allradantrieb soll den Wagen auch auf schmierigem Untergrund noch kontrolliert vorwärtsbringen und zur Abrundung der Optik bekam die Studie 18-Zoll-Räder montiert, auf die wiederum 245er- (vorne) und 275er-Breitreifen aufgezogen sind.
Das im Farbton "Bronze-Moss" lackierte Auto wechselt seine Färbung je nach Lichteinfall. Von bronze über grün bis zu blau-grau changiert der Ton. Man könnte dies als eine optische Metapher für den Sinn dieses Konzeptfahrzeugs nehmen. Stellt BMW hier bereits Designelemente des künftigen X5 vor? Wird die Akzeptanz einer neuen Pkw-Gattung getestet? Oder wollen die Bayern die Publikumsreaktion auf einige Details testen, die für den geplanten X3, also dem kommenden kleinen Geländewagen, vorgesehen sind? Unter welcher Perspektive man den xActivity auch betrachtet: Er ist eine schillernde Autofigur.