BMW Z4 M: Vorfreude am Fahren - DER SPIEGEL
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BMW Z4 M Vorfreude am Fahren

Noch ist es eine Trockenübung, das Auto wird nämlich erst ab 25. März nächsten Jahres bei den Händlern stehen. Dennoch macht BMW jetzt schon auf den kommenden Z4 M aufmerksam: das neue und stärkste Modell der Roadster-Baureihe und sogleich das teuerste und durstigste.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Eine Halbzeit dauert in der Automobilindustrie in der Regel vier Jahre. Dann folgt ein sogenanntes Facelift, und dann wird das entsprechende Automodell weitere drei bis vier Jahre gebaut, ehe eine komplett neue Variante vorgestellt wird. Bei BMW wird gerade für den Zweisitzer Z4 zur Halbzeit gepfiffen. Anfang Januar, bei der Detroit Motor Show, werden die Münchner die überarbeitete Version des Roadsters vorstellen, ab 25. März dann stehen diese Autos bei den deutschen Händlern. Damit die Renovierungsmaßnahmen nicht in der Flut der Neuheiten untergehen, rüstet BMW die Baureihe zugleich bis an ihr Maximum auf und präsentiert den Z4 M, also jenes Modell, das von der hauseigenen Tuningfirma M GmbH bis in die Karosseriespitzen hinein geschärft wurde.

BMW nennt den Wagen in breitbrüstiger "Mir-san-mir"-Manier den "einzigen puristischen High-Performance-Roadster". Viele Kunden hätten dieses Modell "sehnsüchtig erwartet", nun also hat die Warterei ein absehbares Ende. Hinter der feschen Frontpartie mit der leicht modifizierten BMW-Niere sitzt ein Reihensechszylinder-Hochdrehzahlmotor mit 3,2 Liter Hubraum und einer Leistung von 343 PS (252 kW). Das maximale Drehmoment beträgt 365 Newtonmeter und liegt bei einer Drehzahl von 4900 Touren je Minute an, die Höchstdrehzahl der Maschine jedoch wird erst bei 8000 Umdrehungen pro Minute erreicht.

Angesichts solcher Kennziffern reichen rudimentäre technische Kenntnisse, um zu begreifen, dass dieser Motor in diesem Auto erstaunliche Dinge möglich macht. In glatten fünf Sekunden zum Beispiel beschleunigt der Z4 M von 0 auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h elektronisch begrenzt. Den Durchschnittsverbrauch des Autos gibt BMW mit 12,1 Liter je 100 Kilometer an. In der Realität dürfte der Wert deutlich höher liegen, denn man möchte ja schließlich auch hören, wie die Maschine faucht, wenn das Gaspedal getreten wird. Damit dürfte auch der Wert von 292 Gramm Kohlendioxid-Ausstoß je Kilometer, der als Durchschnitt vom Hersteller angegeben wird, lediglich die untere Grenze dessen markieren, was als Folge der Freude am Fahren in unser aller Atemluft geblasen wird.

Ist man ein Spaßverderber, wenn man den Z4 M für übermotorisiert und überflüssig hält? Immerhin bietet BMW den Z4 auch sonst schon recht üppig bestückt an. Zur Modellpflege gehören auch zwei neue Sechszylindermotoren, einer mit 2,5 Liter Hubraum und der andere mit 3,0 Liter, deren Leistung bei 218 und 265 PS liegt (136 und 195 kW). Auch diese Maschinen bieten sportliche Fahrleistungen, zum Beispiel ein Spurtvermögen von 0 auf 100 in 5,5 Sekunden beim Modell mit 3-Liter-Sechszylinder. Der Spritverbrauch dieses Aggregats liegt bei vergleichsweise günstigen 8,6 Liter Superplus je 100 Kilometer, und der CO2-Ausstoß rangiert mit einem Durchschnitt von 207 Gramm je Kilometer um rund ein Drittel niedriger als beim M-Modell.

Dazu kommt: Während der Z4 3.0Si mit 40.400 Euro in der Preisliste steht, müssen auf Maximalleistung bedachte Kunden auch maximal in die Tasche greifen, denn die M-Variante des Z4 kostet mindestens 57.900 Euro. Dafür bietet das Auto dann aber auch diverse M-Zierteile, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, vier Auspuff-Endrohre, permanent beleuchtete Cockpitinstrumente mit schwarzem Hintergrund und roten Zeigern sowie "mit Perlglanzchrom galvanisch veredelte" Regler an der Klimaanlage und Griffe an den Türen. Wenn der Extremstürmer zur zweiten Halbzeit des Z4 also eingewechselt wird, darf sich das Publikum auf etwas Besonderes freuen - und das gilt in vielerlei Hinsicht.