Brennstoffzellen-Test: Saubere Lieferung - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Brennstoffzellen-Test Saubere Lieferung

DaimlerChrysler will zwei Jahre lang gemeinsam mit dem Versandservice Hermes den schadstofffreien Brennstoffzellenantrieb im Alltagsbetrieb erproben. In einer ersten Testphase soll ein Mercedes-Benz Sprinter im Großraum Stuttgart eingesetzt werden, später dann in Hamburg.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Den Anstoß zu der Aktion gab laut Hermes-Geschäftsführer Wolfgang Fürwentsches der Hamburger Paketdienst selbst. "Als Mitglied der Hamburger Wasserstoffgesellschaft e. V. haben wir bisher auf dem Gebiet zukunftsweisender Antriebe Erfahrungen gesammelt. Der brennstoffzellenbetriebene Mercedes-Benz Sprinter ist ein weiterer Schritt in Richtung Zukunft."

Der Sprinter-Prototyp besitzt Frontantrieb und nutzt gasförmigen Wasserstoff als Kraftstoff. Beim Betrieb der Brennstoffzelle reagiert Wasserstoff und Sauerstoff unter Freisetzung von elektrischer Energie, die das Fahrzeug antreibt. Als Abgas entsteht lediglich Wasserdampf.

Der Elektromotor leistet 55 kW. Damit erreicht der Sprinter eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h und eine Reichweite von mehr als 150 Kilometern. Trotz der Brennstoffzellen-Technik an Bord wird der Laderaum des Sprinter-Kastenwagens nicht eingeschränkt.

DaimlerChrysler beschäftigt sich seit Anfang der neunziger Jahre mit der Brennstoffzellen-Technik und hat bisher 16 Prototypen mit dem Öko-Antriebssystem ausgerüstet. Allerdings wurden diese bisher ausschließlich in internen Versuchszyklen getestet. Die Hermes-Aktion ist der erste Praxistest in Zusammenarbeit mit einem Großkunden.

Die Tochter des Otto-Versands betreibt einen Fuhrpark mit 3000 Transportern und stellte im Jahr 2000 rund 165 Millionen Sendungen zu.