Bunte Taxis SPD befürchtet Smarties-Effekt
Hannover - Das geht der SPD-Landtagsfraktion nun doch zu weit: Mit einem Kabinettsbeschluss will die niedersächsische Landesregierung eine Bundesratsinitiative für die freie Farbwahl bei Taxis starten. Als eine "Deregulierung ohne Kopf und Verstand" bezeichnete SPD-Landeschef Wolfgang Jüttner die anvisierte Aufhebung des Farbzwanges. Als Beitrag zum Bürokratieabbau begründete die Landesregierung ihren Beschluss. Taxis seien durch das Schild auf dem Dach gut für jedermann erkennbar.
Die Genossen erwarten bei freier Farbwahl einen "Smarties-Effekt" auf Deutschlands Straßen. Daher haben SPD-Abgeordnete am Mittwoch eine nicht ganz ernst gemeinte Kleine Anfrage an die Landesregierung gerichtet. Unter der Überschrift "Smarties-Effekt (Viele viele bunte Taxen)" fragen die Parlamentarier unter anderem, ob ihre Kollegen von der CDU in Zukunft gezwungen sein werden, auch rote oder grüne Taxen zu benutzen.
Auch auf die Fragen, ob Taxifahrer eine Fahrt verweigern können, wenn die Kleidung des Kunden nicht zur Farbe des Autos passt oder ob es einen "Fehlfarbenausgleich" für Taxen mit selten gewünschten Farben geben soll, erwartet SPD-Landeschef Wolfgang Jüttner "eine profunde und hoch qualifizierte Antwort" von FDP-Verkehrsminister Walter Hirche. Er gehe fest davon aus, dass Hirche nicht nur die betroffenen Taxiverbände, sondern auch Fachleute der Hochschule für Ästhetik und Gestaltung zu Rate ziehen werde, sagte Jüttner der Deutschen Presseagentur.