Cabrio-Vorschau 2009 Hoffen auf die Sonne
Auto-Kaufentscheidung reifen langsam. Daher ist es ganz normal, dass in der kalten Jahreszeit die Autos der nächsten Sommerkollektion vorgestellt werden. Und der offene Jahrgang 2009, das lässt sich jetzt schon sagen, wird in fast jeder Klasse mindestens eine Neuheit bieten. Unter den Kleinwagen zum Beispiel das neue Mini Cabrio. Zwei Jahre nach dem Generationswechsel des geschlossenen Modells soll Ende März der offene Viersitzers debütieren. Zu Preisen ab 22.500 Euro bleibt es beim klassischen Stoffverdeck mit serienmäßig elektrischer Betätigung und integriertem Schiebedach.
Neu beim Mini Cabrio ist das Design, das komplett von den geschlossenen Modellen übernommen wird; auch neu sind die Motoren aus der Kooperation mit Peugeot und Citroën, die bei nunmehr 120 oder 175 PS und einem Normverbrauch von 5,7 oder 6,4 Litern schneller und zugleich um bis zu 23 Prozent sparsamer sind als bislang. Neu ist auch ein jetzt einteiliger Überschlagsschutzbügel, der flach hinter den Fondsitzen steckt und erst hervorschnellt, wenn die Bordelektronik einen Überschlag befürchtet.
Etwa zur gleichen Zeit wie der Mini lässt auch ein zweiter Zeitgeist-Zwerg das Dach fallen: Denn auch den Fiat 500 wird es im nächsten Sommer als Cabrio geben. Der kleine Italiener setzt ebenfalls auf ein traditionelles Stoffverdeck und den bewährt-sympathischen Retro-Look. Beim Preis jedoch hält sich der offene Fiat im Vergleich zum Mini Cabrio etwas zurück. Noch gibt es keine konkreten Zahlen, doch dürfte das Auto für deutlich unter 20.000 Euro zu haben sein.
In der Kompaktklasse ist der Peugeot 308 cc das einzige neue Cabrio-Modell. Wie der Vorgänger erhält auch die aktuelle Version ein versenkbares Stahldach. Frisch im Angebot ist die Nackenheizung - ein in die Sitze integriertes Warmluftgebläse, das es bislang nur bei Mercedes SL und SLK gibt. Starten wird der offene 308 cc im Frühjahr mit einem Zweiliter-Dieselmotor mit 140 PS, kurz darauf folgt eine Variante mit 1,6-Liter-Turbobenziner mit 150 PS.
Audi A5 Cabrio als offener Schöngeist
Sonnig wird es in der kommenden Sommersaison auch in der gehobenen Mittelklasse, in der Audi im Spätfrühling als Nachfolger des A4 Cabrios den offenen A5 mit Textilverdeck auf die Straße bringt (ab 37.300 Euro). Fünf Motoren, darunter zwei Diesel, stehen zur Wahl, mit Leistungswerten von 180 bis 265 PS. Wem das nicht genügt, der kann zum S5 Cabrio greifen, dessen 3-Liter-V6-Benzindirekteinspritzer 333 PS entwickelt.
Bei Mercedes wird im Frühjahr fast zeitgleich mit der neuen E-Klasse auch der Nachfolger des CLK antreten. Das Auto gibt es wohl unter neuem Namen zunächst als Coupé und zum Jahresende auch wieder als Stoffdach-Cabriolet. Die japanischen Hersteller favorisieren das Klappdach. Sowohl das künftige Infiniti G 37 Cabrio, das zum Deutschlanddebüt der Marke im September 2009 in den Handel kommen soll, als auch der offene Lexus IS 250 lassen bei Sonnenschein statt einer Haube einen Helm fallen.
BMW Z4 erstmals mit faltbarem Hardtop
Bei den offenen Sportwagen frischt Porsche den Boxster auf und spendiert dem Wagen ein Doppelkupplungsgetriebe sowie Motoren mit mehr Kraft und weniger Durst. Mazda retuschiert einmal mehr den Dauerbrenner MX5. Die einzig echte Neuheit aber wird der Nachfolger des BMW Z4, der auf der Motorshow in Detroit präsentiert wird und diesmal mit faltbarem Stahlverdeck statt Stoffmütze antritt. Außerdem steht im Novitäten-Kalender noch der künftig 331 PS starke Nissan 370 Z Roadster aber der kommt frühestens mit dem ersten Herbstlaub zu den Händlern.
Neue Spitzensportler ohne Dach stehen auch auf dem Premierenprogramm. Ferrari etwa lässt den mit dem knapp 200.000 Euro teuren und 460 PS starken California das erste Klappdach-Cabrio der Firmengeschichte an den Start. Audi plant zum Jahresende das Debüt des offenen R8, Alfa Romeo schickt die offene Version des Supersportlers 8C auf die Straße, Lamborghini bringt im Frühjahr den überarbeiteten Gallardo Spyder an den Start, und bei Maserati wird der Gran Tourismo mit versenkbarem Stahldach erwartet.
Extrem-Sportwagen von Mercedes-McLaren
Das exklusivste und extremste Cabrio der Saison kommt von Mercedes. Zum Finale der SLR-Baureihe fertigen die Schwaben zusammen mit Formel-1-Partner McLaren im englischen Woking einen aufs Wesentliche reduzierten Speedster, bei dem 650 PS und der Verzicht auf eine Windschutzscheibe für stürmische Fahrt sorgen werden. Obwohl das Auto 750.000 Euro kosten soll, dürfte der Verkauf kein Problem sein. Geplant sind lediglich 75 Exemplare, die praktisch schon vergeben sind.
So zahlreich die Neuheiten im kommenden Jahr sein werden bei der Cabrio-Technik gibt es kaum Neuerungen. Es bleibt beim Wettstreit zwischen Hard- und Softtop, und Unterschiede sind nur noch in Details zu finden. Etwa bei der Klimaanlage des BMW Z4, die bei offenem Dach automatisch das Gebläse aufdreht, das bereits erwähnte Warmluftgebläse von Peugeot oder der Always-Open-Timer im offenen Mini, der als Zusatzinstrument minutengenau die Fahrten mit offenem Verdeck protokolliert.