Car Napping: Ein Menschenleben für ein Auto - DER SPIEGEL
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Car Napping Ein Menschenleben für ein Auto

Zum 18. Geburtstag bekommt Sebastian Obersojer aus München von seinen Eltern einen silbergrauen BMW geschenkt, in der Woche vor Ostern wird der Gymnasiast mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden. Der Mörder entkommt nach Osten - mit dem Wagen des Opfers.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Car Napping" nennt sich diese besonders brutale Form des Autodiebstahls, und Experten warnen: Besonders im Luxuswagenbereich steigen die Deliktzahlen sprunghaft an. Eine der Ursachen ist die so genannte Wegfahrsperre, die inzwischen in modernen Autos zum Standard gehört. Der elektronische Wächter macht einen herkömmlichen "Bruch" nahezu unmöglich.

Neben dem "Car Napping" nimmt deshalb auch eine andere Verbrechensart bedrohlich zu: Die Versicherungsbranche schätzt, dass inzwischen 30 Prozent aller gemeldeten Autodiebstähle vorgetäuscht sind. Im Klartext: Immer mehr Autobesitzer machen mit Gangsterbanden gemeinsame Sache – der Wagen verschwindet spurlos, meist in Richtung Osten, und wird dann in Deutschland als gestohlen gemeldet. Kassiert wird zweimal: Beim Verkauf der Karosse auf dem Schwarzmarkt und von der bundesdeutschen Versicherung.

Die ehrlichen Autofahrer sind mal wieder die Dummen. Sie zahlen die steigenden Ausgaben der Diebstahlversicherung mit höheren Beiträgen.