Caravan Salon: Luxusyacht auf Rädern - DER SPIEGEL
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Caravan Salon Luxusyacht auf Rädern

Die Innenausstattung erinnert an eine Yacht: Teakholz, Sitze aus weißem Leder und selbstverständlich auch eine Fußbodenheizung - das Luxuswohnmobil aus dem Hause Teschner ist eines der Highlights des Caravan Salons in Düsseldorf, der am Wochenende startet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Düsseldorf – Nach Spanien, Frankreich oder Italien, an die Nordsee oder an den Bodensee: Die Deutschen mögen ihr Wohnmobil, und die Zahl der Fans nimmt nicht ab. Wie der Caravaning Industrie Verband in dieser Woche mitteilte, sei die Zahl der neu zugelassenen Reisemobile im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im ersten Halbjahr 2006 um 2,3 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sank aber die Zahl der neu zugelassenen Wohnwagen. Mit anderen Worten: Die Deutschen verreisen immer häufiger mit einem Reisemobil statt mit dem anheimelnden Anhänger.

Die Hersteller in Deutschland haben diesen Trend längst erkannt und ihre Produktion angepasst. Zu sehen ist das Ergebnis auf der Messe Caravan Salon, die am 25. August in Düsseldorf beginnt. Bis zum 3. September zeigen die Spezialisten ihrer Zunft die neuen Reisemobile und Wohnwagen vom Einsteigermodell bis hin zum Luxuscamper.

Mit Blick auf die Gesamt-Zulassungszahlen für dieses Jahr rechnet der Caravaning Industrie Verband bei beiden Fahrzeugvarianten allerdings noch mit Zuwächsen durch das Sommergeschäft. Bei den Reisemobilen wird ein Plus von drei bis fünf Prozent prognostiziert, bei den Wohnwagen geht man vom Vorjahresniveau aus. Impulse soll auch die Messe in Düsseldorf geben.

Eines der Highlights der Schau ist sicherlich das teuerste Stück, das in Düsseldorf bislang gezeigt worden ist. Es ist der XLII Prevost Ultimate Class aus dem Hause Teschner. Das 1,7 Millionen Euro teure Fahrzeug kommt auf 14 Meter Länge. Ein Einzelstück, das nach der Messe direkt an seinen US-amerikanischen Käufer verschickt wird.

500 PS stark ist das Gefährt, das im Inneren ähnlich einer Yacht ausgestattet ist. Teakholz, Fußbodenheizung und Sitze aus weißem Leder gehören dazu. Auch nach Dubai soll ein ähnlicher Wagen verschickt werden. Auf deutschen Straßen dürfte der Wagen übrigens aufgrund seiner Länge nicht fahren, deshalb bietet Teschner auch ein zwölf Meter langes Wohnmobil an. Natürlich nur auf Bestellung.

Im Kastenwagen mit Küche

Ganz anders geht es bei dem Wagen von Hersteller Seitz zu. Das Aspacher Unternehmen ist eigentlich Marktführer für Fenster, Türen und Hebe-Kipp-Dächern bei Freizeitfahrzeugen, auf der Düsseldorfer Messe stellt es den Wagen Tikro 2 vor. "Tikro steht für teilintegrierter Kastenwagen robust", erklärt Eugen Seitz. Der Wagen, den es auf den vier Basisautos Peugeot Boxer, VW Crafter, Mercedes Sprinter und Ford Transit gibt, misst gerade mal zwei Meter Breite und ist damit auch auf den engen Straßen Südeuropas gut einsetzbar.

Obwohl der Wagen nur klein ist, bietet er doch eine komplett ausgestattete Küche mit Herdplatten und Kühlschrank, eine Heizung sowie Raum für Wachbecken, Dusche und Toilette. "Ein Highlight ist der elektrische Hub", meint Seitz. Damit fährt er die 1,60 Meter mal 1,95 Meter großen 'Luxusdoppelbetten' im hinteren Teil des Wohnmobils hoch, so dass das Auto auch als Lieferwagen dienen kann. Kostenpunkt ist allerdings ab 35.000 Euro.

Der Caravan-Hersteller Hymer stellt zum Beispiel sein Oberklassenmodell S-Klasse vor, die außen komplett neu gestaltet wurde. Serienmäßig werden Farbtöne wie Champagner oder Smaragdgrün zu sehen sein. Innen findet sich dann - natürlich nur gegen Aufpreis - eine lieferbare Lederausstattung oder ein versenkbarer Flachbildfernseher.

2000 Reisemobile von 550 Ausstellern

Neben dem Luxus-Wohnmobil oder kleinen Miniwohnmobilen gibt es aber noch zahlreiche andere Reisegefährten zu sehen. Auf etwa 200.000 Quadratmetern zeigen 550 Aussteller rund 2000 Freizeitfahrzeuge. Die Messeveranstalter erwarten insgesamt über 160.000 Besucher.

Allgemein stehen bei neuen Reisemobilen, deren Preis bei rund 28.000 Euro beginnt, und Wohnwagen Sicherheit, gewichtssparende Ausstattung, Fahrkomfort und Umweltfreundlichkeit im Mittelpunkt, wie der Caravaning Industrie Verband sagt. Die neuen Motoren der Wohnmobile seien durchgängig mit Dieselpartikelfilter verfügbar und entsprächen dem Abgasstandard Euro 4.

In diesem Jahr wird es auf der Messe erstmals auch eine eigene Halle geben, in der Reiseziele für Camper vorgestellt werden. Einen Schwerpunkt legen die Aussteller dabei auf die Kombination von Caravaning und Wassersport.

mmo/dpa/ddp