Caravan spezial: Überwintern in der Alukapsel - DER SPIEGEL
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Caravan spezial Überwintern in der Alukapsel

Schnee und Eis sind die natürlichen Feinde eines Campers. Sollte man meinen. Doch ein paar Unentwegte rüsten ihre Wohnmobile extra auf, um den Widrigkeiten des Winters in ihrem beweglichen Zuhause zu trotzen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Ein Winterurlaub im Wohnwagen oder Reisemobil kann einen ganz besonderen Reiz haben. Wer diese Urlaubsform jedoch wirklich genießen will, muss auf das richtige Zubehör achten und die freien Tage im Kalten richtig vorbereiten. Außerdem ist zu beachten, dass nicht jeder Caravan und jedes Reisemobil gleichermaßen tauglich ist für das Wintercamping.

Mit schlecht isolierten Zelt- und Faltcaravans sowie ausgebauten Kastenwagen sollten sich nur polarerprobte Naturmenschen in den Schnee wagen. Dagegen bieten gut isolierte Freizeitfahrzeuge im Winter nahezu denselben Komfort wie im Sommer, insbesondere wenn sie auch noch über einen beheizbaren Zwischenboden verfügen. Wer sich in Hinblick auf die Wintertauglichkeit seines Fahrzeugs nicht sicher ist, sollte das kalte Vergnügen zunächst bei einem Kurztrip ausprobieren.

Verbessern lässt sich die Wintertauglichkeit der Fahrzeuge in jedem Fall mit dem passenden Zubehör. "Die beste Heizung ist nur die Hälfte wert, wenn sich die Wärme an allen Ecken und Enden aus dem Wagen verdrücken kann", sagt Rainer Lachenmaier, Zubehörspezialist der Zeitschrift "Caravaning". Er empfiehlt ein wintertaugliches Vorzelt, das nicht nur als Klima- und Schmutzschleuse dient, sondern auch als Lagerraum für Schlitten und Ski.

Die nur einfach verglasten Seitenfenster sowie die Windschutzscheibe sollten durch eine passgenaue Thermomatte abgedeckt werden. Auch eine Schottwand, die die Fahrerkabine vom Wohnraum des Reisemobils trennt, leiste gute Dienste. Sollte die Wasseranlage nicht beheizt sein, empfiehlt der Fachmann einen Heizstab sowie Heizbänder, die an das Zwölf-Volt-Bordnetz angeschlossen werden können und das lästige Einfrieren der Tanks und Leitungen verhindern.

Einen weiteren Tipp hat Victoria Groß, Sprecherin des Deutschen Campingclubs (DCC) in München, parat: Wenn der Abwassertank nicht isoliert ist, solle man einen Eimer unter den geöffneten Abwasserhahn stellen. Die DCC-Sprecherin empfiehlt auch, Caravan oder Reisemobil möglichst auf schneefreiem Untergrund abzustellen oder den Schnee zumindest soweit wegzuräumen, dass er keine Abläufe oder Lüftungsöffnungen blockiert: "Die Heizung erhält so genügend Frischluft und wird besser funktionieren."

Damit die Abluft der Heizung auch bei Schnee auf dem Caravandach ungehindert ins Freie gelangt, sei eine Kaminverlängerung aus dem Zubehörhandel hilfreich. Sollte die Heizung dennoch versagen, so bietet der in München ansässige Hersteller Truma einen mobilen Reparaturservice an, der, wie es heißt, nahezu alle Wintercampingplätze des Alpenraums auch während der Feiertage versorgt. Truma ist der einzige Gasheizungshersteller für Freizeitfahrzeuge in Europa. Apropos Gas: Im Winter muss es reines Propan sein, da Butan bei Minustemperaturen nicht funktioniert.

"Aber auch die Sicherheitsausstattung der Fahrzeuge darf der Camper nicht vergessen", meint Rainer Lachenmaier. Winterreifen seien ein Muss, auch an Schneeketten für Zugwagen und Caravan sollte der Fahrer denken.

Von Martin Häußermann, gms