Auto-IT-Partnerschaft Audi und NVIDIA entwickeln lernendes Auto
Audi Fahrassistenzsteuergerät zFAS mit NVIDIA-Chips
Foto: AudiDie Vermählung von Auto- und IT-Industrie schreitet rasch voran. Während sich Fahrzeugfirmen früher mit neuen Motoren oder Sicherheitsfeatures wie dem Airbag brüsteten, sind nun Kooperationen mit IT-Giganten der letzte Schrei. Eine solche Zusammenarbeit gaben nun Audi und die Computer-Firma NVIDIA im Rahmen der Computermesse CES bekannt. Die beiden Unternehmen entwickeln ein selbstfahrendes Auto mit künstlicher Intelligenz, das zum Jahr 2020 auf die Straße kommen solle, gab NVIDIA in Las Vegas bekannt.
Die Möglichkeiten eines selbstlernenden Fahrzeugs demonstrierten Audi und NVIDIA auf einem veränderbaren Freiflächenkurs. Dank der von den Partnern entwickelten Software auf Basis neuronaler Netze war das mit dem etwas sperrigen Namen "Q7 deep learning concept" betitelte Fahrzeug in der Lage, eigenständig auf eine veränderte Verkehrsführung zu reagieren. Zuvor hatte sich der Wagen den Kurs mit seinen verschiedenen Wegen eingeprägt, während ein Mensch am Steuer saß.
Audi selbst bezeichnet künstliche Intelligenz in einer Pressemitteilung als eine Schlüsseltechnologie bei der Entwicklung des autonomen Fahrens. Das Ingolstädter Unternehmen arbeitet mit dem Chiphersteller schon seit 2005 zusammen, die Prozessoren von NVIDIA finden sich in verschiedenen Bereichen von Audis Fahrzeugelektronik. Seit 2015 ist das Herzstück des im Volkswagen-Konzern verwendeten Modularen Infotainment-Baukastens (MIB) ein T30-Chip von NVIDIA.
Neben Audi vermeldete auch die Muttergesellschaft Volkswagen auf der CES eine vertiefte Zusammenarbeit mit NVIDIA. Johann Jungwirth, Chef-Digitalstratege beim Konzern, gab bekannt, dass im Entwicklungszentrum in Kalifornien Experten beider Unternehmen an einer vollkommen neuen Form des Cockpits arbeiten, nämlich einem intelligenten. Knöpfe und andere Bedienelemente sollen ausgemustert werden, stattdessen ahne der intelligente digitale Assistent die Bedürfnisse des Nutzers voraus und erkenne die Wünsche des Nutzers, ohne zu fragen, auf Grundlage von Situation, Kontext, Standort und zusätzlicher intelligenter Daten.
Es ist nicht die erste Allianz eines deutschen Autobauers mit einem Unternehmen aus der Computerbranche: BMW arbeitet bei der Entwicklung seiner Roboterwagen mit dem Chipriesen Intel zusammen.