Challenge Bibendum: WM der Alternativ-Antriebe - DER SPIEGEL
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Challenge Bibendum WM der Alternativ-Antriebe

Der französische Reifenhersteller Michelin organisiert eine der ungewöhnlichsten Auto-Veranstaltungen: die so genannte Challenge Bibendum; im Grunde handelt es sich dabei um die inoffizielle Weltmeisterschaft der Autos mit alternativen Antrieben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Drei Tage dauert die Veranstaltung, die erstmals in den USA und dort in Kalifornien stattfindet. Einige der Tests und Vergleiche werden auf dem California Speedway gefahren, darüber hinaus wird es eine 442 Kilometer lange Abschlussrallye von Los Angelos nach Las Vegas geben.

Zentrale Kategorien, nach denen die Pkw, Lkw und Busse bewertet werden, sind die Abgasmenge, das Beschleunigungsvermögen aus dem Stand auf knapp 100 km/h (exakt: 60 mph), das Bremsverhalten, die Lautstärke, der Kraftstoffverbrauch, die Reichweite und das Fahrverhalten, unter anderem auf einem Slalomparcours.

Bei der "Challenge Bibendum" sind insgesamt 60 Fahrzeuge am Start. Darunter zum Beispiel vier Modelle von Opel, nämlich ein Corsa Eco, ein Astra Eco 4, ein Zafira CNG, der für Erd- und Biogas als Treibstoff ausgelegt ist, und der Brennstoffzellen-Versuchswagen HydroGen 1, ebenfalls auf Basis des Kompaktvans Zafira. Der Opel-Mutterkonzern schickt unter anderem einen Erdgas-getriebenen Chevrolet Cavalier, einen Omnibus mit Hybridantrieb sowie einen GMC Sierra Pick-up mit Zylinderabschaltung ins Rennen der alternativen Antriebe. Die Technik der Zylinderabschaltung im Teillastbetrieb soll ab 2004 übrigens serienmäßig in den V8-Motoren von GM zum Einsatz kommen. Der Verbrauch dieser Fahrzeuge, so kalkulieren die Ingenieure, werde um rund ein Viertel zurückgehen.

Insgesamt demonstriert das Spektrum der teilnehmenden Fahrzeuge unterschiedliche Strategien, um neue, umweltverträgliche Antriebstechniken zur Serienreife zu bringen. Die Brennstoffzellentechnik steht zum Beispiel im Mittelpunkt der Entwicklungen der Firmen Xcellsis und Ballard, an denen die Autoriesen DaimlerChrysler und Ford beteiligt sind. Ballard ist Weltmarktführer bei Brennstoffzellen, Xcellsis entwickelt, fertigt und vertreibt Brennstoffzellensysteme für Automobile.

Diverse Fahrzeuge der Challenge Bibendum sind mit Systemen dieser beiden Unternehmen ausgerüstet. Außerdem schickt Xcellsis einen Hersteller- und Plattform-unabhängigen Testbus an den Start. Das Modell trägt den Namen Zebus (Zero-Emission-Bus). Das Fahrzeug wird mit Wasserstoff angetrieben, die Tanks befinden sich im Dach des Busses; der Elektromotor im Heck leistet 275 PS (205 kW) und kann den 14,5 Tonnen schweren Wagen auf bis zu 115 km/h beschleunigen. Die Reichweite mit einer Tankfüllung liegt bei 320 Kilometern, das Fahrgeräusch mit etwa 70 dB deutlich unter dem von Bussen mit herkömmlichen Dieselmotor-Antrieb (circa 80 dB).