Chevrolet Captiva: Holpriger Start - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Chevrolet Captiva Holpriger Start

Am 15. Juli wollte die amerikanisch-koreanische Marke Chevrolet ihren Kompakt-SUV Captiva bei den deutschen Händlern präsentieren. Doch angeblich ist die Nachfrage so groß, dass der Start des Wagens nun auf Anfang September verschoben werden muss.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Durch leichte Verzögerungen kommen wir mit unserer Einführungskampagne leider nicht mehr in das enge Zeitfenster zwischen dem Ende der Fußball-WM und den großen Sommerferien", begründet Günther Sommerlad, Geschäftsführer von Chevrolet Deutschland die Terminverschiebung. Ganz plausibel klingt das nicht, denn am 15. Juli, dem ursprünglich geplanten Starttag für den neuen Geländewagen Captiva, haben die Schulferien in sechs Bundesländern bereits begonnen und in drei weiteren Bundesländern stehen sie unmittelbar bevor. Es wäre also ohnehin nicht besonders schlau gewesen, an diesem Tag ein Auto auf den Markt zu bringen.

Andererseits dürfte der Zeitpunkt der Händlerpremiere - glaubt man den Angaben aus der deutschen Chevrolet-Zentrale in Bremen - ohnehin keine große Bedeutung für den Erfolg des Fahrzeugs haben. Die Kundennachfrage sei, so heißt es, deutlich größer als erwartet. "Hier glühen die Telefone", sagte Chevrolet-Sprecherin Kirsten Lattewitz gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Nun also soll der Captiva am ersten Septemberwochenende in Deutschland starten - übrigens zeitgleich mit dem Heimatmarkt Korea, wo das Auto allerdings unter dem Namen Daewoo Winstrom verkauft wird. Gebaut wird der Captiva/Winstorm im Werk Bupyung nahe Seoul. Vom gleichen Band wird übrigens auch der Opel Antara laufen, der vermutlich einige Wochen nach dem Captiva auf dem deutschen Markt debütieren wird. Die dichte Folge der beiden Modelle zeigt auch, wie die Zahnräder im General-Motors-Konzern inzwischen ineinander greifen.

Drei Motoren - und ein halbes Dutzend Konkurrenten

Dem Modell mit dem Chevrolet-Logo fällt dabei einmal mehr die Rolle des Preisbrechers zu. Ab 22.490 Euro wird der Captiva angeboten. Für das Geld gibt es den Wagen als Fünfsitzer mit Frontantrieb, 2,4-Liter-Benziner mit 136 PS, sechs Airbags, Leichtmetallfelgen, Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern und CD-Musikanlage. Das andere Ende der Preisskala markiert die Version mit Allradantrieb, sieben Sitzen und 3,2-Liter-V6-Aggregat mit 230 PS für 34.990 Euro.

Das Auto ist für Chevrolet in dreierlei Hinsicht eine Premiere. Der Captiva ist der erste Kompakt-SUV der Marke in Europa, es ist zudem der erste Chevrolet auf dem europäischen Markt mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP, und er ist der erste Wagen der Marke, der mit einem Dieselmotor angeboten wird. Es handelt sich dabei um einen 2-Liter-Selbstzünder mit einer Leistung von 150 PS.

So vernünftig die Entscheidung von Chevrolet erscheint, angesichts der Ferienzeit den Captiva-Start zu verschieben, so sehr drängt dennoch die Zeit. Denn außer dem Konkurrenten aus dem eigenen Haus, dem Opel Antara, sind für die kommenden Monate auch noch die neuen SUV-Konkurrenten Jeep Compass, Land Rover Freelander, Honda CR-V, Suzuki Jimny, Jeep Patriot, Dodge Nitro sowie  die SUV-Debütanten von Ford, Lancia und Peugeot angekündigt.

Mehr lesen über