Chrysler-Studie: Ausflippen erwünscht - DER SPIEGEL
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Chrysler-Studie Ausflippen erwünscht

In der Glücksspielstadt Las Vegas findet alljährlich im Herbst die schrillste Tuning-Messe der Welt statt. Vor allem die US-Autohersteller versuchen dort, ihre Modelle möglichst sportlich zu inszenieren. Chrysler liegt mit einer Studie im diesjährigen Aufmerksamkeits-Wettrennen vorn.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Special Equipment Market Association - oder kurz: SEMA - heißt die Veranstaltung im Las Vegas Convention Center, auf der sich alles trifft, was in der US-amerikanischen Tuningszene Rang und Namen hat. Die alljährliche Show vermarktet sich selbst als Schaufenster für Technik und Trends; sie repräsentiert einen Markt von 36,7 Milliarden Dollar Umsatz jedes Jahr alleine in den USA. Die unfassbare Summe geben Auto-, Motorrad- und Motorboot-Eigner zwischen New York und San Francisco für das Tuning ihrer Vehikel aus - von der Hightech-Aufrüstung bis hin zum glitzernden Bling-Bling für den großen Auftritt auf dem Disco-Parkplatz.

Um auf der SEMA zu glänzen, weichen selbst Autohersteller von den eingefahrenen Marketingwegen ab. Bei Chrysler beispielsweise gibt es ein so genanntes Mopar Underground SEMA Design Team, in dem sich Enthusiasten zusammengefunden haben, die im Namen ihrer Firma Lust auf die Kreation außergewöhnlicher Autos haben. Dazu gehören auch die Designer Mark Allen und Ralph Gilles. Gemeinsam mit Michael Chetcuti vom Prototypen- und Kleinserien-Spezialisten Quality Metalcraft in Michigan entwickelten sie den Chrysler SR 392.

Mark Allen sagt über das Auto: "Der Wagen ist als Hommage an das coole Detroit gedacht." Und er nimmt die Formensprache eines Oldies aus dem Jahre 1927 auf, der nun jedoch als böser Street Rod daherkommt - selbstverständlich mit Stahlkarosserie. Der tiefliegende Zweisitzer mit den rasanten Linien wird von einem Motorenmonster angetrieben. Unter der Haube rumort ein 6,4 Liter großer V8 Motor - besser bekannt als Chrysler 392 Hemi -, der exorbitante 510 PS entwickelt und das Auto damit zum Geschoss macht.

Es ist dieser Reiz des Extremen, der die Tuningbranche insgesamt beatmet. Auch wenn es meist bei auflackierten Flammen oder breiteren Reifen bleibt - ein paar ungezähmte Autos gibt es doch, die möglichst viele Grenzen möglichst weit verschieben. Und auf der SEMA in Las Vegas dürfte das Gros dieser Fahrzeuge versammelt sein.

jüp