Chrysler Voyager Wir können auch anders
Das Timing der Rekordfahrten ist durchaus geschickt, denn erstens braucht Chrysler dringend ein Ende des Trübsal-Trends, und zweitens kommt der neue Voyager Ende März zu den deutschen Händlern.
Da kann ein wenig Vorab-Publicity nicht schaden. Die Rekordfahrten gelangen mit ein und demselben Fahrzeug, einem serienmäßigen Voyager SE, motorisiert mit dem neuen 2,5-Liter-Vierzylinder-Diesel, eine Maschine mit Vierventiltechnik, Common-Rail-Einspritzung und Turbolader.
Die Leistung des Motors liegt bei 140 PS (104 kW) und das Drehmoment-Maximum gibt Chrysler mit 312 Nm an. So wird eine Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h und ein Spurtvermögen von 12 Sekunden im Sprint von 0 auf 100 km/h möglich.
Die erste Rekordfahrt legten der Australier John Taylor und seine Gattin in dem Siebensitzer zurück: Die beiden fuhren von Graz nach Brüssel, weiter nach Calais und wieder zurück nach Brüssel - 1724 Kilometer mit nur einer Tankfüllung von 75 Liter Diesel. Das bedeutete neuen Reichweiten-Weltrekord für Serienfahrzeuge. Den bisherigen Bestwert von 1703 Kilometer hatte ein Ssangyong Musso vor einem Jahr aufgestellt.
Bei ihrer Rekordfahrt erreichten die Taylors eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 76 km/h; der Durchschnittsverbrauch lag bei 4,35 Liter Diesel je 100 Kilometer. Über die ordnungsgemäße Verplombung des Tanks und die Einhaltung der Verkehrsvorschriften während der Rekordfahrt wachte Police Constable Steve Driver aus Großbritannien.
Das gleiche Auto fuhr unmittelbar danach einen weiteren Rekord für dieselgetriebene Großraumlimousinen. Auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Nardo bei Brindisi in Süditalien fuhren die drei Rennfahrer Ni Amorim (Portugal), Jean-Phillipe Belloc (Frankreich) und Marc Duez (Belgien) in 24 Stunden eine Strecke von insgesamt 4303 Kilometern - mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 179 km/h. Das bemerkenswerte an den beiden Rekordfahrten: Das Auto lief - so die Auskunft von Chrysler - ohne Unregelmäßigkeiten und Pannen, es waren weder Ersatzteile noch Wartungsarbeiten nötig.
Kunden, die sich für einen Voyager interessieren, werden die Botschaft vom zuverlässigen, sparsamen und flotten Auto gerne hören. Allerdings ist der Wagen auch nicht ganz billig. Die Grundversion des Voyager, mit einem 2,4-Liter-Vierzylinder-Benziner ausgestattet, wird voraussichtlich rund 53.000 Mark kosten.