Citroën C4 als Gebrauchtwagen : Der unkomplizierte Franzose - DER SPIEGEL
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Citroen C4: Stärkung zur Halbzeit

Citroën C4 als Gebrauchtwagen Der unkomplizierte Franzose

Die Nonchalance der Vergangenheit macht Citroën noch immer zu schaffen: Beim C4 verzichteten die Franzosen auf besondere Extravaganzen. Qualität und Materialanmutung machten spürbare Fortschritte. Trotzdem sind gebrauchte C4 kaum gefragt - und deshalb eine Empfehlung.
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München - Konkurrenten des VW Golf haben es schwer in Deutschland. Obwohl die Kompaktklasse das Volumensegment schlechthin ist, können einige Modelle sogar als regelrechte Exoten gelten. Der Citroën C4 zum Beispiel.

Das bedeutet allerdings keineswegs, dass der Franzose eine schlechte Wahl wäre: Denn mit Blick auf den Platzhirschen Golf hatten die Designer von Citroën auf Extravaganzen verzichtet, die ihre Autos bislang immer einzigartig machten, den Kreis der Interessenten aber regelmäßig stark schrumpfen ließen. Schon lamentierten die Autotester, der C4 sei zwar ein gutes Auto, aber jedenfalls nicht der bessere Citroën.

Zum Marktstart des C4 im Jahr 2004 kam der Kompakte als Schrägheck und Coupé in den Handel. Zwei Jahre später wurde eine Minivan-Version mit dem Namenszusatz Picasso nachgereicht - wahlweise auch in der "Grand"-Ausführung mit sieben Sitzen. 2008, zwei Jahre vor dem Start der zweiten Generation, unterzog Citroën den C4 einer Verjüngungskur: Neben optischen Retuschen wie einem neuen Stoßfänger und mehr Chromzierrat bekam der C4 vor allem neue Motoren.

Hart gefedertes Coupé

Die entscheidenden Fortschritte machten die Ingenieure insbesondere bei der Auswahl der Materialien und der Auflösung der Bedienungsrätsel der Vorgänger-Generation. Auch in Sachen Verarbeitung, Ausstattung und Platzangebot bietet der C4 kaum noch Angriffsfläche. In den Foren beklagen die Besitzer mitunter die harte Federung des Coupés, die speziell im Alltagsverkehr als sehr lästig empfunden wird. Die Limousine bekommt dagegen zwar gute Noten für die Federung, doch hier gelten die Sitze als zu nachgiebig.

Als einer der häufig genannten Mängel wird der hohe Verschleiß an Glühbirnen für die Scheinwerfer genannt. Auch von einem notwendigen Wechsel der Bremsscheiben nach knapp 100.000 Kilometern wird berichtet - also kein wirklicher Grund zur Aufregung.

In der Pannenstatistik des ADAC fallen Modelle jüngerer Baujahre meist nur wegen entladener Batterien und Reifendefekten negativ auf. Ansonsten gilt der C4 als unproblematisch.

Neun Leistungsstufen

Probleme gab es dagegen vergleichsweise häufig mit Fahrzeugen aus dem Baujahr 2005, die mit defekten Temperaturanzeigen und fehlerhaften Wegfahrsperren in der ADAC-Pannenstatistik gelistet sind. "Ohne große Schwächen" - so lautet dennoch das Gesamturteil des Clubs.

Dass der C4 als Gebrauchter deutlich billiger ist als ein Golf, spricht für ebenfalls für ihn.

Je nach Baujahr und Generation sorgen im C4 Ottomotoren in neun Leistungsstufen zwischen 65 kW/88 PS und 130 kW/177 PS für Vortrieb. Die Auswahl an Dieselaggregaten beschränkt sich auf fünf Motoren zwischen 66 kW/90 PS und 110 kW/150 PS. Zwischenzeitlich gab es auch eine Bioflex-Version für den Einsatz von Bio-Ethanol.

Rund 11.700 Euro kostet ein C4 THP 150 in der Ausstattungslinie Tendance von 2008 mit 110 kW/150 PS. Ein C4 1.6 16 V VTR Plus von 2004 mit 80 kW/109 PS wird in der Schwacke-Liste mit 6250 Euro geführt. Für den Siebensitzer mit Dieselantrieb C4 Picasso 2.0 HDI FAP ESG6 Tendance (100 kW/136 PS) sind rund 13 450 Euro fällig.

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