Daewoo-Krise Kurve gekriegt?
Im Klartext bedeutet dies, dass der Weg frei ist für das, was im Jargon "Jobkürzungen" und "Umstrukturierungsmaßnamen" heißt, vor allem aber den Abbau von Arbeitsplätzen und möglicherweise die Schließung von Produktionsstätten bedeutet.
Bei Daewoo Deutschland wurde das "positive Signal" mit Freude registriert. Firmensprecherin Kirsten Lattewitz erklärte, die "Unsicherheit sei nun beendet. Spätestens Anfang Dezember ist die Situation in Korea endgültig geregelt."
Kunden in Deutschland sollen davon möglichst nichts mitbekommen. Wie geplant soll das überarbeitete Modell MPV ab Dezember zu den 283 deutschen Daewoo-Händlern kommen und auch der neue Kleinwagen Matiz soll noch in diesem Jahr ausgeliefert werden.
Auch für die Modelle Lanos (Facelift, in den kommenden Wochen) und den neuen Kompaktvan Rezzo, der im Frühjahr 2001 auf den Markt kommen soll, bleibt die ursprüngliche Terminplanung bestehen.
Berichte von mangelhafter Ersatzteilversorgung aufgrund der Wirren in Korea weist Kirsten Lattewitz zurück. "Das funktioniert einwandfrei. Es gibt in Deutschland ein großes Lager, wo alle Teile vorrätig sind." In Zweifelsfällen würde Daewoo Deutschland die fehlenden Teile direkt bei den Zulieferern einkaufen.
Zwischen Flensburg und Füssen sind knapp 90.000 Daewoo-Autos zugelassen. Im vergangenen Jahr kamen 11.650 Automobile des koreanischen Herstellers neu auf die Straßen, in diesem Jahr hofft der Importeur, "ein ähnliches Level" erreichen zu können. In Korea wird - unabhängig vom Insolvenzverfahren - weiterhin mit General Motors und Fiat über eine mögliche Übernahme des Pkw-Bereichs des schwer angeschlagenen Unternehmens verhandelt.