DaimlerChrysler-Roboter: Kollege Clever - DER SPIEGEL
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DaimlerChrysler-Roboter Kollege Clever

Er betätigt die Kaffeemaschine, greift eine Tasse, füllt sie mit Kaffee und serviert sie der ausgewählten Person. Clever heißt der Roboter, den DaimlerChrysler entwickelt hat - allerdings nicht für die Betriebskantine, sondern als Prototyp für die Automobilproduktion der Zukunft.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Neue an Clever ist, dass der intelligente Roboter nicht nur Werkstücke in einer Fabrikhalle transportiert, sondern lernt, sich an neue Umgebungen und Aufgabenstellungen anzupassen. Das soll, ohne ihn umprogrammieren zu müssen, allein durch die Interaktion mit dem Menschen gelingen.

Zurzeit basteln Berliner Wissenschaftler von DaimlerChrysler noch an einer Vorstufe: dem autonomen Gabelstapler. Der fährt selbständig in eine Fabrikhalle, findet bestimmte Transportkisten oder Teile und stapelt sie. Laserscanner - ein zweidimensionaler unten am Roboter, ein dreidimensionaler oben - tasten mit Infrarot in einem Winkel von 180 Grad die Umgebung ab und analysieren, welche Kisten das Gerät aufgreifen soll. Wenn dem Roboter etwas in die Quere kommt, reagiert er in Sekundenbruchteilen, stoppt oder weicht aus, um Kollisionen zu vermeiden.

Mit Hilfe spezieller Sensoren und einer intelligenten Informationsverarbeitung findet und holt er auch dann Objekte, wenn sie teilweise verdeckt sind. Was er nicht weiß oder kann, soll der Roboter vom Menschen anfordern und erlernen. Am Ende soll die Mensch-Maschine-Teamarbeit dann so aussehen, dass der Roboter beispielsweise selbständig ein Werkstück aus einem Behälter greift, es zur entsprechenden Bearbeitungsstation bringt und bei der Montage assistiert.

Damit er solche Aufgaben erfüllen kann, zeigt der Mensch seinem Metall-Lehrling zuvor die Umgebung, speziell ausgezeichnete Plätze, bestimmte Objekte oder das Andocken an Transportkisten oder Greifen von Teilen. So kann sich der Roboter orientieren und die notwendigen sensomotorischen Fähigkeiten erlernen. Je nach Anforderung soll er dann Teilarbeiten übernehmen oder voll autonom arbeiten.

Um den Fertigungsprozess künftig flexibler gestalten zu können, denken die Berliner Wissenschaftler schon an ganze Teams von Robotern. Womöglich werden sie bald sogar von der Fabrik ins Autohaus befördert - mit einer neuen Aufgabe als Kundenberater.