Daimlers Luxusproblem: Mercedes-Kunden müssen warten - DER SPIEGEL
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Daimlers Luxusproblem Mercedes-Kunden müssen warten

Der Autokonzern Daimler freut sich über weltweit hohe Nachfrage, die bei manchen Modellen zu längeren Lieferzeiten führt: "Ein Vierteljahr kann's schon dauern", sagte Vorstandschef Dieter Zetsche. Er rechnet mit einem Daimler-Produktionsrekord und sieht für die Autoindustrie eine rosige Zukunft.
Daimler-Chef Zetsche: "Wir sind sehr zufrieden"
Daimler-Chef Zetsche: "Wir sind sehr zufrieden"

Daimler-Chef Zetsche: "Wir sind sehr zufrieden"

Foto: Uli Deck/ dpa
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Autobauer Daimler macht derzeit gute Geschäfte, die Kunden müssen sich wegen der anhaltend hohen Nachfrage auf längere Wartezeiten beim Neuwagenkauf einstellen - Stau am Fabrikband. "Überall stoßen wir an Kapazitätsgrenzen", sagte Vorstandschef Dieter Zetsche der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Wer etwa eine Mercedes C-Klasse bestelle, müsse mit mehreren Monate Lieferzeit rechnen: "Ein Vierteljahr kann's schon dauern", so Zetsche.

Die Oberklasse-Modelle von Mercedes-Benz sind derzeit besonders in den USA und in China begehrt. Nach dem Krisenjahr 2009 steuert der Stuttgarter Autobauer 2010 auf einen Produktionsrekord zu. Bis Ende Dezember liefen bei Mercedes-Benz voraussichtlich mehr als 1,2 Millionen Pkw vom Band, hatte Daimler am Freitag mitgeteilt. Die deutschen Mercedes-Werke arbeiteten an der Kapazitätsgrenze, und die Mitarbeiter müssten Zusatzschichten schieben, um die Nachfrage zu befriedigen. Dies stelle Daimler vor Probleme: "Wie bekommen wir rechtzeitig und in ausreichender Zahl alle Teile?", so Zetsche.

Der Konzern beschäftigt weltweit rund 256.000 Mitarbeiter und hatte bereits Ende November einen operativen Gewinn von sieben Milliarden Euro für dieses Jahr angekündigt; im Krisenjahr 2009 stand noch ein Verlust von minus 1,5 Milliarden Euro in den Büchern. Angesichts der voll ausgelasteten Werke kündigte der Daimler-Chef an, dass vom Daimler-Erfolg auch die Beschäftigten ihren Anteil abbekommen sollen: "Die Mitarbeiter können sich auf eine sehr attraktive Ergebnisbeteiligung freuen", sagte er, ohne eine konkrete Zahl zu nennen.

"Wir sind wieder eine Wachstumsindustrie"

Neben der geplanten Prämie soll die Tariferhöhung von 2,7 Prozent bereits ab Februar 2011 gezahlt und damit um zwei Monate vorgezogen werden. Auch der Dezember sei "toll gelaufen, wir sind sehr zufrieden"; 2011 gehe es ebenso dynamisch weiter, so Zetsche.

Bei den meisten anderen deutschen Autobauern läuft es nach dem schwierigen Jahr 2009 wieder rund; vor allem in China ist die Nachfrage nach Autos aus deutscher Produktion ungebrochen. Für das kommende Jahr zeigte sich Zetsche zuversichtlich: "Die Prognosen für das erste Halbjahr sind schon ziemlich belastbar", sagte er und rechnet generell mit einem anhaltenden Aufschwung in der Autoindustrie: "Die Zahl der Autos in der Welt wird sich in den nächsten 20 Jahren verdoppeln: Es geht beschleunigt bergauf, wir sind wieder eine Wachstumsindustrie."

Einen Tag vor Weihnachten will Daimler nach SPIEGEL-Informationen ein für den Konzern wichtiges Projekt auf den Weg bringen und einen Vertrag mit der russischen Gaz-Gruppe unterzeichnen. Das Unternehmen soll das Modell Sprinter für den russischen Markt produzieren. Bislang wird der Verkauf des Transporters durch hohe Einfuhrzölle erschwert - ein großer Wettbewerbsnachteil. Durch die Auftragsfertigung soll Gaz Zugang zu neuer Technologie erhalten und Daimler seine Chancen auf einem wachstumsträchtigen Markt verbessern.

jol/Reuters