Datenaustausch: EU verschärft Kampf gegen Verkehrssünder - DER SPIEGEL
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Datenaustausch EU verschärft Kampf gegen Verkehrssünder

Wer im Ausland als Verkehrssünder auffällt, soll künftig schneller belangt werden können: Per elektronischen Datenaustausch wollen die 27 EU-Staaten die Halter ausländischer Fahrzeuge bei Verstößen künftig schneller ausfindig machen.
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Brüssel - Ob Alkohol am Steuer, zu schnelles Fahren, Handy-Telefonate während der Fahrt oder das Überfahren einer roten Ampel - bei all diesen Delikten können EU-Staaten künftig den Namen und die Adresse eines Fahrzeugbesitzers aus dem Kfz-Register seines Heimatlandes erfragen. Die EU-Verkehrsminister werden sich am Donnerstag voraussichtlich auf ein entsprechendes Gesetz zur grenzüberschreitenden Verfolgung von Verstößen einigen.

Nach der Einigung der Minister muss das Europaparlament den Vorschlag noch billigen. Danach haben die Mitgliedsstaaten zwei Jahre Zeit, die EU-Regeln in nationales Recht umzusetzen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein ausländischer Fahrer gegen Verkehrsregeln verstößt, liegt laut EU-Kommission drei Mal höher als bei einem einheimischen Fahrer. "Viele Menschen scheinen zu denken, dass Regeln im Ausland für sie nicht mehr gelten", sagte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas am Mittwoch in Brüssel. Verkehrssünder kämen oft straflos davon, weil die Polizei den Fahrer nicht ausfindig machen könne.

Einige Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, haben aber noch Bedenken gegen die neuen Regeln. Sie argumentieren, dass der Halter eines Fahrzeugs nicht unbedingt der Fahrer gewesen sein muss und sich somit rechtliche Probleme ergeben. Die EU-Kommission geht aber davon aus, dass die Minister eine Formulierung finden werden, mit der auch Deutschland leben kann. Die neue EU-Richtlinie wird weder die Art der Verstöße noch das Strafmaß angleichen.

Bereits seit Oktober gelten in Deutschland bei der Strafverfolgung die EU-Regeln zum "Knöllchen ohne Grenzen". Strafmandate aus dem EU-Ausland werden auch in Deutschland eingetrieben, wenn es um mehr als 70 Euro geht.

hil/dpa

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