Der erste 5er BMW: Die goldene Mitte - DER SPIEGEL
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Der erste 5er BMW Die goldene Mitte

Die erste Generation der 5er-BMW-Baureihe wurde 1972 kurz nach den Olympischen Spielen in München präsentiert. Für Erstaunen in der Fachwelt sorgte nicht zuletzt die Namensgebung. Die Modellreihe begründete die bis heute bestehende Typenordnung mit der 3er-, 5er-, 7er-Bezeichnung.
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München - Der bayerische Automobilhersteller hatte sich schließlich zuvor Mühe gegeben, die "Null-Zwo" als Inbegriff der kompakten, zweitürigen Sportlimousinen in den Köpfen zu verankern. Und als die ersten Gerüchte über einen neuen Mittelklasse-Wagen aufgekommen waren, sprach man schon wie selbstverständlich vom "Null-Vier". In Verbindung mit dem Hubraum hätte dies zum Beispiel beim Zweilitermodell einen "2004" ergeben. Nun aber hieß das neue Auto ganz anders: Vorgestellt wurde der erste 5er BMW. Auch heute, gut 30 Jahre später, heißt die Baureihe noch so.

Seit 1968 hatte BMW am Nachfolger der bisherigen Viertürer gearbeitet, die noch schlicht ihre Hubräume als Namen trugen - also 1500 oder 2000. Intern trug die Neuentwicklung sogar noch eine andere Bezeichnung: "E 12" - E für Entwicklung und die 12 eben als Nummer für diese Entwicklung. Das im September 1972 enthüllte Fahrzeug sah dann weder bieder noch zu modisch aus. Der 5er trug an der Front die typischen BMW-Erkennungsmerkmale wie Doppelscheinwerfer und die Niere im Kühlergrill, dazu gab es eine flott gezeichnete Karosserie mit großen Fenstern und am Heck ein paar verloren wirkende Rückleuchten.

Bei den Motoren übte BMW sich in Bescheidenheit. Der 5er rollte zunächst ausschließlich mit vier Zylindern und zwei Litern Hubraum an. Der 520 mit 115 PS brachten es laut der in Mainz erscheinenden Zeitschrift "Oldtimer Markt" auf 175 Stundenkilometer (km/h), der 520i leistet mit einer Einspritzung 130 PS und ermöglichte 185 km/h.

Als sich aber herausstellte, dass der 5er zwar recht gut ankam, sich aber dennoch nicht so gut verkaufte wie erhofft, kam BMW ins Grübeln. Die Folge war im Herbst 1973 die Vorstellung eines Autos, das es eigentlich nie geben sollte. Der BMW 525 hatte die von vielen so ersehnten sechs Zylinder und lief mit seinen 2,5 Litern Hubraum und 145 PS 190 km/h.

Gezwungen durch den Beginn der Ölkrise, bastelte BMW auf die Schnelle aber auch an einem zeitgemäßen Sparmobil in Gestalt eines neuen Basis-5ers. Der kam Mitte 1974 auf den Markt, hieß 518, hatte eine abgespeckte Ausstattung sowie einen Vierzylinder mit 1,8 Liter Hubraum und 90 PS. Am Ende jenes Jahres dürfte dann aber die Überraschung groß gewesen sein. Die Ölkrise hatte den Käufern die Lust an der Leistung kaum ausgetrieben - laut "Oldtimer Markt" fand der 525 in Deutschland doppelt so viele Abnehmer wie der 520.

Die Verantwortlichen zogen ihre Lehren aus dieser Entwicklung, wie sich deutlich beim Facelift 1976 zeigte: So begnügte sich der 520 nun nicht mehr mit den gewohnten vier Zylindern, sondern bekam sechs Zylinder. In den Hubraumklassen darüber ging es selbstverständlich sechszylindrig weiter. In Deutschland bildete der 528 die Krone der Modellreihe, für Auslandsmärkte wurde auch ein 530 gebaut.

Doch obwohl ein Auto wie der 528i mit seinen 176 und später 184 PS seinerzeit kaum Konkurrenz auf den Autobahnen hatte, war dies den Konstrukteuren noch nicht genug. Während heute eine leistungsstarke "M"-Version bei 3er und 5er selbstverständlich ist, war das im Herbst 1979 ein absolutes Novum. Der M 535i war der erste in dieser Reihe von Sportablegern der Serienlimousinen. Das M in der Modellbezeichnung steht damals wie heute für die Motorsport GmbH von BMW. Die 218 PS brachten den M 535i auf Tempo 220. Die Beschleunigung auf Tempo 100 dauerte gerade einmal sieben Sekunden.

Lange allerdings hatten sportliche Familienväter keine Zeit, sich den Kauf des Kraft-5ers zu überlegen. 1981 wurde die Produktion der ersten 5er-Serie im Werk Dingolfing eingestellt. Ein wirkliches Ende war dies in zweierlei Hinsicht jedoch nicht. Zum einen wurde der E12 noch einige Jahre in Südafrika weiter gebaut. Zum anderen stand der 5er an sich erst am Anfang seiner Karriere - auch heute, einige Modellgenerationen später, lebt Nummer Fünf.

Von Heiko Haupt, gms