Der neue Ford GT 40 "Saftiges Steak"
Die krumme Zahl 101 entspreche exakt jener Menge Autos, die Ford in den sechziger Jahren vom legendären Modell GT 40 insgesamt verkaufte. Das damalige Auto war als Rennwagen entwickelt und gebaut worden und gilt bis heute als bester Sportwagen der Marke. Beim Langstreckenrennen "24 Stunden von Le Mans" belegten im Jahre 1966 drei Ford GT 40 die Plätze eins, zwei und drei. Und auch 1967, 1968 und 1969 siegte ein GT 40 bei diesem Rennsport-Klassiker. Die jahrelange Dominanz von Ferrari war damit gebrochen - und Ford hatte eine neue Ikone.
Zum hundertjährigen Ford-Jubiläum in diesem Jahr sollte der neue GT 40 fertig sein, es hat nicht ganz geklappt. Die ersten Fahrzeuge des "Living Legends"-Programm von Ford sollen im nächsten Frühjahr aus den Werkshallen rollen. Rund 150.000 US-Dollar kostet der neue GT 40. Der Mittelmotor-Sportwagen wird von einem 5,4-Liter-V8-Aggregat angetrieben, das 500 PS (370 kW) leistet und den Wagen zu außergewöhnlichen Fahrleistungen befähigt.
Obwohl das Auto ein wenig länger (jetzt 4,64 Meter) und höher (jetzt 1,12 Meter) wurde als das Original, blieb die Grundform nahezu identisch. "Wir haben 98 Prozent des ursprünglichen Designs erhalten", sagt Fords Chefkreativer Camillo Pardo. "Es wurde auch langsam Zeit, dass wir wieder so etwas haben wie ein schönes, saftiges Steak." Das "Steak" soll, wie schon der Vorgänger in den Sechzigern, dem Publikum vor allem den Appetit auf Ferrari verderben. Diesmal jedoch nicht auf der Rennstrecke, sondern auf den Highways. Ford positioniert den neuen GT 40 vor allem gegen den Ferrari 360 Modena - und nebenbei auch gegen die heimische Konkurrenz wie Chevrolet Corvette und Dodge Viper.
In Europa wird das Auto ein Extrem-Exot bleiben. Von den 101 Fahrzeugen, die hier angeboten werden, kommen nur etwa 40 Exemplare nach Deutschland. Ihr Preis wird allerdings deutlich über 150.000 Euro liegen, was an "der Verschiffung und einigen notwendigen Modifikationen liegt", wie Ford in Köln mitteilt.
Auf dem Markt der Liebhaber und Sammler hat der Wagen schon jetzt, lange bevor der offizielle Preis feststeht und das erste Auto ausgeliefert ist, alle Schranken durchbrochen. Beim Concour d'Elegance im kalifornischen Pebble Beach, wo das erste Serien-Exemplar (mit der Chassis-Nummer zehn) versteigert wurde (das übrigens erst gebaut werden muss), erfolgte der Zuschlag erst bei 557.500 US-Dollar. Dafür darf der Käufer, ein Sportwagenfan aus Seattle, jetzt die Farbe des Autos und einige Details der Inneneinrichtung bestimmen.