Die 10 größten CO2-Schleudern Rasende Klimakiller
Als Klimaschutzorganisation haben sich bislang weder der Verband der Automobilindustrie (VDA) noch der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) hervorgetan. Dennoch konstatieren auch die beiden Auto-Lobby-Organisationen in dem von ihnen in Auftrag gegebenen aktuellen "Leitfaden zu Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen", dass "der Verkehr unser Klima beeinflusst". Rund 19 Prozent aller deutschen CO2-Emissionen stammten aus dem Bereich Verkehr, "Pkw machen davon die Hälfte aus", heißt es weiter.
Allerdings schwankt der CO2-Ausstoß je nach Automodell drastisch. Gemeinhin werden große, allradgetriebene Geländewagen als Klimakiller geschmäht. Als Paradebeispiel wird dann gern der klobige Audi Q7 herangezogen, und zwar die Zwölfzylinder-TDI-Variante mit sechs Liter Hubraum und 500 PS, die im Schnitt 298 Gramm CO2 je Kilometer in die Luft bläst. Das ist horrend viel klimaschädliches Gas, aber im Vergleich zu den wirklichen CO2-Schleudern unter den Autos eher harmlos.
Denn wenn man sich das mehr als 70 Seiten starke Konvolut durchsieht, in dem alle in Deutschland erhältlichen Pkw aufgelistet sind, dann merkt man rasch, dass es keineswegs die Gattung der SUVs ist, die beim CO2-Ausstoß die Negativbeispiele liefert. Die wirklichen CO2-Monster nämlich findet man unter den Supersportwagen und den Luxuskarossen, also dort, wo Geld kaum eine Rolle spielt und Umweltschutz gleich gar keine. SPIEGEL ONLINE hat, unter Zuhilfenahme des oben erwähnten Leitfadens, die zehn übelsten Klimaschädlinge herausgesucht - nur ein Geländewagen ist unter ihnen.
Bugatti Veyron
Bugatti Veyron 16.4: CO2-Emission 559 Gramm je Kilometer.
Dieses Auto kann sich quasi alles erlauben. Denn wer 1,1 Millionen Euro netto für ein Fahrzeug auf den Tisch blättert, der möchte dafür einen Superlativ in jeder Hinsicht. Und das bietet der Bugatti Veyron 16.4 aus dem VW-Konzern. Der 16-Zylinder-Motor mit acht Liter Hubraum leistet 1001 PS und vermag das Auto bis über die 400-km/h-Grenze zu katapultieren. Als Durchschnittsverbrauch gibt der Hersteller 24,1 Liter an, was wiederum 559 Gramm CO2 je gefahrenem Kilometer entspräche. In der Realität, so selten es auch sein mag, dass eine solche Wertanlage tatsächlich bewegt wird, dürften die Werte deutlich höher liegen.
Bentley Arnage
Bentley Arnage: CO2-Emission 495 Gramm je Kilometer.
Die Serienproduktion der Luxuslimousine Bentley Arnage nähert sich ihrem Ende. Zuletzt legte die britische Nobelmarke aus dem VW-Konzern noch einmal eine auf 150 Exemplare limitierte Sonderserie namens "Final Series" auf. Am Antrieb indes ändert sich nichts: Nach wie vor treibt der schon klassische 6,75-Liter-V8-Motor mit Doppelturbo und 507 PS Leistung den Koloss an. Als Durchschnittsverbrauch sollen rund 21 Liter zu Buche schlagen, was einen CO2-Ausstoß von rund 495 Gramm je Kilometer bedeutet.
Lamborghini Murciélago
Lamborghini Murciélago LP 640: CO2-Emission 495 Gramm je Kilometer.
Wenn Lamborghini was macht, dann auf jeden Fall extrem. So ist es auch beim Top-Modell des Hauses, dem Lamborghini Murciélago LP 640. Der Brutalo-Sportler mit den vorn angeschlagenen Flügeltüren wird von einem im Heck sitzenden V12-Motor mit sechseinhalb Liter Hubraum befeuert. Gut 330 km/h sind möglich; und ein CO2-Ausstoß von 495 Gramm je Kilometer ist der Normalfall, wenn man das Auto bewegt.
Dodge Viper
Dodge Viper SRT-10: CO2-Emission 489 Gramm je Kilometer.
Foto: APDie Marke Dodge aus dem Chrysler-Konzern wirbt für das Auto mit dem Spruch "Die schnellste Schlange der Welt". Und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 326 km/h ist der Zweisitzer tatsächlich äußerst rasant. Möglich macht das ein V10-Motor mit mehr als acht Litern Hubraum und einer Leistung von 612 PS. Der CO2-Ausstoß ist für eine Schlange dieser Gattung ebenfalls beachtlich: 489 Gramm je Kilometer.
Ferrari 612 Scaglietti
Ferrari 612 Scaglietti: CO2-Emission 470 Gramm je Kilometer.
Das Auto ist der Top-Ferrari schlechthin, kein anderes Modell ist so geräumig, kein zweites so luxuriös. Dennoch ist auch dieser Wagen ein Leistungssportler. Der Zwölfzylindermotor mit 5,7 Liter Hubraum leistet 540 PS und verbrennt im Schnitt 20,5 Liter Sprit. Das führt zu einem CO2-Ausstoß von 470 Gramm je Kilometer.
Ferrari 599 GTB
Ferrari 599 GTB: CO2-Emission 415 Gramm je Kilometer.
Der Ferrari 599 GTB debütierte vor drei Jahren auf dem Autosalon in Genf. Damals wurde das Auto als "leistungsfähigste Zwölfzylinder-Berlinette, die je in Maranello realisiert wurde", gefeiert. Stimmt schon: Der 5,7-Liter-Zwölfzylinder leistet beachtliche 620 PS. Und setzt dabei Kilometer für Kilometer im Schnitt 415 Gramm CO2 frei.
Bentley Continental
Bentley Continental GT: CO2-Emission 410 Gramm je Kilometer.
Mit diesem Modell, dem Bentley Continental GT, der inzwischen zu einer ganzen Continental-Familie aufgefächert wurde, begann die Renaissance der britischen Marke unter der Ägide von VW. Das Allradmodell mit dem W12-Zylindermotor aus dem Wolfsburger Konzern kommt dank zweier Turbolader auf 560 PS. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 17,1 Liter werden zugleich auch 410 Gramm CO2 pro Kilometer rausgeblasen.
Lamborghini Gallardo
Lamborghini Gallardo LP 560-4: CO2-Emission 400 Gramm je Kilometer.
Der Lamborghini Gallardo LP 560-4 ist der Allradsportler des italienischen Herstellers, in dem vor allem Technik der Muttermarke Audi zum Einsatz kommt. Neben dem Allradantrieb etwa auch der V10-Motor mit Benzindirekteinspritzung, der aktuell 560 PS leistet. Als CO2-Wert gibt Lamborghini 400 Gramm je Kilometer an.
Mercedes M63 AMG
Mercedes M63 AMG: CO2-Emission 392 Gramm je Kilometer.
Also doch, wenigstens ein SUV findet sich unter den zehn größten CO2-Schleudern auf dem deutschen Automarkt, nämlich der Mercedes M63 AMG, der vom angeblich stärksten Serien-Achtzylindermotor der Welt angetrieben wird. Die Maschine leistet 510 PS und entwickelt derartigen Vortrieb, dass der Allradler bei Tempo 250 elektronisch abgebremst wird. Am horrenden Spritverbrauch ändert das kaum etwas, und der CO2-Ausstoß liegt bei 392 Gramm je Kilometer.
Maybach 57S
Maybach 57 S: CO2-Emission von 390 Gramm je Kilometer.
Der Buchstabe S in der Typbezeichnung steht für Spezial, denn dieser Maybach 57 S ist nicht als Chauffeurswagen konzipiert, sondern für den Millionär, der lieber selbst ins Lenkrad greift. Und vor allem aufs Gaspedal tritt. Damit aktiviert er einen von AMG getunten Zwölfzylindermotor mit 612 PS. Als Durchschnittsverbrauch gibt Maybach 16,4 Liter an, was einem CO2-Ausstoß von 390 Gramm je Kilometer entspricht.