Die neue Mittelklasse Vive la famille
Ein Kühlergrill wie beim neuen Ferrari Scaglietti, aggressiv geschnittene Riesenscheinwerfer, sportlich fließende Linien und ein steiles und stummeliges Heck: Eine Designsprache, die bislang Coupés und Sportwagen vorbehalten war, findet bei Peugeot nun auch in der Mittelklasse Verwendung. Die neuen Familienautos 407 und 407 SW sehen aus, als wollten sie unbedingt mit Kind und Kegel über eine Rennpiste brettern. Die These von der "Versportung des Alltags", vor wenigen Monaten vom Trendforscher Peter Wippermann bei der Premiere des neuen VW Golf konstatiert, findet im neuen Modell der Franzosen eine weitere Bestätigung.
Beim Genfer Salon, wo die neue Baureihe ihre Publikumspremiere erlebt, hat Peugeot gleich sieben Limousinen und zwei SW-Modelle aufgefahren, um Aufmerksamkeit zu erregen. Das Stufenheckmodell, das ab Mitte Mai bei den deutschen Händlern stehen wird, ist 4,68 Meter lang; das Kombimodell SW, das durch seine zackig geschwungene C-Säule auffällt und ab September auf den Markt kommen soll, ist noch einmal acht Zentimeter länger.
Anfangs wird der Peugeot 407 mit vier Benzinmotoren (116 bis 211 PS / 85 bis 155 kW) und zwei Dieselaggregaten (109 und 136 PS / 80 und 100 kW) angeboten, wobei beide Selbstzünder mit einem Rußpartikelfilter ausstaffiert sind. Auch die Einstiegspreise für die Autos haben die Franzosen bereits festgelegt. Die günstigste Benziner-Limousine kostet 20.600 Euro, das billigste Dieselmodell 22.100 Euro. Die SW-Varianten mit der separat aufklappbaren Heckscheibe sind um jeweils 1300 Euro teurer.
Wie ein kommendes Coupé in der 407-Familie aussehen könnte, demonstriert Peugeot mit der Studie Silhouette, die die Versportung der Grundform noch weiter treibt und andeutet, dass demnächst mit einem rasanten Zweitürer in dieser Baureihe zu rechnen ist.
Bei Citroën greifen die Verantwortlichen zu einem ähnlichen Imagetrick: Dort steht das künftige Mittelklasse-Familienauto C4 im Vollgasdress als C4 Sport. Damit soll einerseits auf das erfolgreiche Rallye-Engagement hingewiesen, andererseits das Publikum auf den im Herbst kommenden, neuen C4 eingestellt werden. Auch hier zeigt sich der Trend zur Versportung an der gestreckten Karosserie mit dem aggressiv gestylten Bug inklusive der überdimensionierten Scheinwerfer und dem kantigen, steil abfallenden Heck.
Zwar mag die Form des Serienmodells, das beim Pariser Autosalon Weltpremiere feiern wird, noch etwas zahmer werden. Der Trend zur optischen Rasanz in der bislang eher braven Mittelklasse ist jedoch unverkennbar.