Die zehn ... hässlichsten Autos aller Zeiten
Es gibt Autos, nach denen man sich umdreht. Weil der Motor so laut röhrt, weil man sie so selten zu Gesicht bekommt - oder weil man es einfach nicht glauben will, dass ein derart hässliches Gefährt tatsächlich durch alle Entwicklungsinstanzen auf die Straße gelangen konnte.
Da sich der Designprozess für ein neues Automodell über mehrere Jahre hinzieht, kann es sich auch nicht nur um bedauerliche Fehlleistungen eines einzelnen Designers handeln. Wenn die Form eines Fahrzeugs negativ auffällt, dann haben zuvor sehr viele Entscheider genickt, zugestimmt, unterschrieben - oder zumindest nichts gesagt, wenn über die Gestalt der Karosserie diskutiert wurde.
Umso erstaunlicher ist, wie viele dieser Ätz-Autos schon beim Erstkontakt mit dem Publikum durchfallen. Andererseits sieht man die Designunglücke später mitunter doch auch auf der Straße - was einmal mehr beweist, dass die Geschmäcker der Menschen höchst unterschiedlich sind. Und so wird es auch abweichende Meinungen darüber geben, welches die zehn hässlichsten Autos sind. Die Autoredaktion von SPIEGEL ONLINE unterbreitet hier einen Vorschlag.
BMW X6
BMW X6: Warum muss es dieses Auto geben? Weil es BMW so gefällt - und vermutlich auch einigen Kunden. Doch ein SUV mit abgeflachtem Heck wird keine Augenweide, nur weil man behauptet, es handle sich um "das erste Sports Activity Coupé" der Welt. Die Formen wirken viel zu übertrieben, die Radhäuser schon karikaturesk überzeichnet. Wenn es ein Symbol für das sture Festhalten am stetigen "schneller, schwerer, stärker "der Autoindustrie gibt, dann ist es dieses Modell.
Citroën Xsara Picasso
Citroën Xsara Picasso: Der Alptraum jedes Citroën-Picasso-Fahrers muss ergiebiger Schneefall sein. Denn danach dürfte er den Wagen so lange nicht wiederfinden, bis Tauwetter einsetzt. Im Grund hat das Auto die Form eines verglasten, blechernen Hügels. Es wäre auch kein Schaden gewesen, wenn man darauf verzichtet hätte, ihn als rollendes Hünengrab auf die Straße zu schicken.
Fiat Multipla
Fiat Multipla: 1999 stand der Wagen als Beispiel für ein Auto der Zukunft im Museum of Modern Art in New York, doch schöner wurde er dadurch nicht. Die flache Frontpartie, die ulkige Leiste mit den Zusatzscheinwerfern unter der Windschutzscheibe und die generell verschrobenen Proportionen machen das Auto zu einem rundum bizarren Eigenbrötler. Genial indes ist das Raumkonzept mit jeweils drei Sitzen nebeneinander in zwei Reihen - und die großen Glasflächen machen den Wagen so übersichtlich wie kaum ein anderes Auto.
Ford Orion
Ford Orion: Die erste Generation kam als Stufenheckvariante des Ford Escort auf den Markt, insgesamt wurde der Wagen (erste und zweite Generation) von 1983 bis 1990 gebaut. "So sexy wie ein fliegendes Bügeleisen" urteilte das Fachmagazin "Autobild-Klassik" über die Limousine, die so gar nichts bot, was das Auge erfreute. Immerhin ist der rote Lack dieses Modells recht hübsch anzuschauen.
Mercedes Vaneo
Mercedes Vaneo: Mit diesem Auto wollte Mercedes in die Klasse der Kompakt-Vans einsteigen - das misslang gründlich. 50.000 Exemplare pro Jahr waren ursprünglich geplant, doch von 2001 bis 2005 wurden insgesamt lediglich 55.000 gebaut. Warum? Bitte schauen Sie sich das Auto einmal genau an, dann wissen Sie es.
Pontiac Aztek
Pontiac Aztek: Da waren wohl ein paar GM-Designer zu oft beim Mexikaner essen und haben versucht, die zackigen Ornamente der Tischdeckchen aufs Auto zu übertragen. An der Karosserie stimmt optisch praktisch nichts. Angeblich war das zwischen 2001 und 2005 gebaute Modell "the world's first Sport Recreation Vehicle", erklärte damals Hersteller Pontiac. Eines der hässlichsten Autos aller Zeiten ist es allemal.
Ssangyong Actyon
Ssangyong Actyon: Achtung, der Name ist ein Kunstwort aus Action und Young - das Design wiederum ist eine Mischung aus ... ja, aus was eigentlich? Der Hersteller nennt es "unverwechselbar" und hat damit sicher recht, denn eine derart groteske Zusammenstellung aus Linien, Sicken, Bögen und Ecken hat man selten bei einem Auto gesehen.
Suzuki Baleno
Suzuki Baleno: Gebaut wurde das Auto von 1995 bis 2001. Irgendwie erinnern einen die Form der Scheinwerfer, die Silhouette und die Linie der Motorhaube an Modelle, die man gut kennt. Doch der Mix der Linien und Formen passt hier einfach nicht recht zusammen. Und dann fehlte den Designern auch noch der Mut, etwas Eigenständiges, Suzuki-typisches zu kreieren. Der Baleno ist eines der wenigen Autos, an die man fast jedes Markenlogo tackern könnte, ohne dass es groß auffiele.
Toyota Prius I
Toyota Prius I: Dieser Wagen schrieb, trotz seines beliebigen Äußeren, Automobilgeschichte. Der Toyota Prius war nämlich 1997 das erste Hybrid-Großserienfahrzeug überhaupt. In Europa ab 2001 erhältlich, wurde die erste Generation bis 2004 ausgeliefert. Eine so neuartige Technik wie der Hybridantrieb hätte jedoch auch ein Design verdient gehabt, nach dem man sich umdreht. Der Prius dagegen fiel - wenn überhaupt - dann nur wegen seiner kaum zu steigernden ästhetischen Belanglosigkeit auf.
VW Jetta I
VW Jetta: Kann man ein Auto liebloser gestalten? Vermutlich geht das, doch einfach wird es nicht. Die Stufenheckversion des Golf, auch als "Rucksack-Golf" geschmäht, sollte die konservativere Kundschaft bei der Stange halten. Das gelang vermutlich auch, denn erstaunlich viele dieser Modelle fuhren eine umhäkelte Klorolle auf der Hutablage spazieren. Die Nachfolgemodelle Vento, Bora und heute wieder Jetta waren oder sind zwar auch keine Schönheiten, doch so schlimm wie die erste Generation gerieten sie nicht mehr.