Diesel: EU plant schärfere Abgasnorm - DER SPIEGEL
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Diesel EU plant schärfere Abgasnorm

Die EU will mit einer neuen europäischen Abgasnorm für geringere Rußpartikel-Emission durch Diesel-Autos sorgen. Mit der geplanten Einführung von "Euro 5" ab 2010 macht die Kommission den Weg frei für eine steuerliche Förderung von umweltfreundlichen Fahrzeugen.
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Brüssel/Berlin - EU-Industriekommissar Günter Verheugen hat am Donnerstag in Brüssel eine neue europäische Abgasnorm "Euro 5" vorgeschlagen. Sie soll sicherstellen, dass von 2010 an der Grenzwert für die Emission von Rußpartikeln durch Dieselautos maximal fünf Milligramm pro Kilometer beträgt. Das wäre fünfmal weniger als die aktuelle Obergrenze der Euro-4-Abgasnorm. Der Vorschlag soll es den Mitgliedsstaaten erlauben, das Abgasziel mit steuerlichen Anreizen zu fördern. Über die Initiative müssen noch die gesamte Kommission und danach die EU-Staaten entscheiden.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) begrüßte in Berlin die Initiative: "Die EU-Kommission gibt damit grünes Licht für die steuerliche Förderung von Fahrzeugen, die den neuen Grenzwert vorzeitig erfüllen." Mit der Einführung der Euro-4-Norm zu Beginn des Jahres war in Deutschland die steuerliche Förderung für Fahrzeuge abgelaufen, die bereits vor dem Stichtag unter dem Grenzwert von 25 Milligramm je Kilometer lagen.

Der neue Grenzwert, so Trittin, könne nach heutiger Erkenntnis nur durch den Einbau von Rußpartikelfiltern eingehalten werden. Deshalb "brauchen wir steuerliche Anreize, um die Markteinführung des Filters zu beschleunigen". Sinnvoll sei in diesem Zusammenhang auch, älterer Fahrzeuge nachzurüsten und steuerlich zu begünstigen.

Nach Angaben des Ministeriums gibt es eine steuerliche Förderung von Fahrzeugen mit Rußfiltern bereits in Österreich, den Niederlanden und Teilen Norditaliens. Deutschland und Frankreich hatten sich für eine EU-Abgasregelung stark gemacht. Französische Hersteller bauen die Filter serienmäßig ein.

Umweltverbände forderten die Bundesregierung auf, schnell die steuerliche Förderung durchzusetzen. "Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) muss sein Versprechen halten", verlangte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Berlin. Dem stimmte der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, in einem Gespräch mit der dpa zu: "Der Bundeskanzler ist in der Pflicht, sein Wort einzuhalten." Mit der Vorlage von Verheugen sei auch der zwischenzeitlich von der deutschen Automobilindustrie geforderte Wert von 8,5 Milligramm vom Tisch. BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm ergänzte: "Mehr als 10 000 Menschen sterben pro Jahr in Deuschland, weil zuviel Dieselruß und Staub in der Luft sind."