Dieselautos im Eiswinter: Versulzt und eingefroren - DER SPIEGEL
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Dieselautos im Eiswinter Versulzt und eingefroren

Bei fast minus 30 Grad im Freien arbeiten? Für viele ist das zurzeit unvorstellbar. Von unseren Autos aber erwarten wir genau das. Doch bei extremem Frost springen vor allem Dieselfahrzeuge nicht mehr an, weil die Leitungen verstopfen. Die Lösung des Problems ist naheliegend, aber nicht einfach.
Eingefrorenes Auto: Dieser Wagen am Genfer See läuft auch mit Winterdiesel nicht mehr
Eingefrorenes Auto: Dieser Wagen am Genfer See läuft auch mit Winterdiesel nicht mehr

Eingefrorenes Auto: Dieser Wagen am Genfer See läuft auch mit Winterdiesel nicht mehr

Foto: Salvatore Di Nolfi/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Tiefsttemperaturen von weit unter minus 20 Grad machen immer häufiger auch Autofahrern Probleme. Vor allem Dieselfahrzeuge haben jetzt beim Starten des Motors Probleme. Bei strengem Frost bilden sich im Dieseltreibstoff Paraffinkristalle, die den Kraftstofffilter verstopfen können. Techniker sagen, der Diesel ist versulzt.

Damit das nicht passiert, ist in Deutschland von Mitte November bis Ende Februar per DIN-Norm sogenannter Winterdiesel vorgeschrieben: Der Kraftstoff muss bis mindestens minus 20 Grad Celsius frostsicher sein. Die meisten Ölkonzerne versprechen sogar, ihr Diesel sei bis minus 22 Grad geeignet. Der Trick dabei: Besondere Zusatzstoffe halten den Kraftstoff flüssig.

Außerdem kann sich im Brennstoff für den Selbstzünder Kondenswasser bilden, das dann gefriert und ebenfalls die Leitungen verstopft. Deshalb sind moderne Dieselautos mit einem Filter-Vorwärmsystem ausgestattet.

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Winterwetter: Europa ist gefroren

Foto: Michael Reichel/ dpa

Wenn es aber - wie jetzt in vielen Gegenden Deutschlands passiert - noch kälter wird, wird es eng für Dieselfahrer. Bilden sich im Tank Kristalle, braucht der Fahrer Geduld. Der ADAC oder andere Pannenhelfer können bei einem versulzten Motor vor Ort nichts tun. Der Wagen muss dann regelrecht aufgetaut werden und dafür in eine Garage oder Werkstatt geschleppt werden.

Wie man es nicht machen sollte, zeigten zwei Männer in Rottenacker südlich von Ulm. Dort versuchten sie, den Dieseltank einer Sattelzugmaschine mit einem Gasbrenner zu erwärmen. Sie setzten sich selbst in Brand und wurden schwer verletzt.

Da hilft nur Wärme

Zur Vorbeugung kann der Autofahrer nur wenig tun. Vor allem sollte der Kraftstoff vorgeheizt werden, zum Beispiel in einer warmen Garage oder durch eine Standheizung. Der Ölkonzern Aral biete eine Premiumsorte Diesel, die bis zu 24 Grad Frost funktioniert, aber etwa am bayerischen Funtensee derzeit auch nichts nützt. Dort haben die Meteorologen minus 37,7 Grad gemessen. Sogenannter Polardiesel, der bis 40 Grad Frost fließt, ist in Deutschland im Alltag nicht zu bekommen.

Früher haben Dieselfahrer beim Tanken ein paar Liter Benzin dazugemischt, denn Benzin ist frostsicher. Techniker warnen dringend davor, so etwas bei den modernen Dieselmotoren zu tun. Diese hochgezüchteten Triebwerke könnten das wesentlich explosivere Benzin möglicherweise nicht überstehen.

rom/dapd