Dobbertin Hydro-Car: Reiche Autobastler gesucht - DER SPIEGEL
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Dobbertin Hydro-Car: Wer bietet mehr?

Foto: Dobbertin

Dobbertin Hydro-Car Reiche Autobastler gesucht

Rick Dobbertin aus Pennellville im US-Staat New York beschäftigt sich seit rund zwanzig Jahren schon mit dem Bau von Amphibienfahrzeugen. Seine jüngste Kreation, das 750 PS starke Hydro-Car, wird gerade wegen akuten Geldmangels des Tüftlers auf Ebay versteigert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

770.000 Dollar soll das Dobbertin Hydro-Car, kurz DHC, kosten, ein knallgelb lackiertes, 3,8 Tonnen schweres Unikum, dass aussieht wie eine Mischung aus Katamaran, Batmobil und Ferrari Modulo. Tatsächlich ist das 6,80 Meter lange Trumm ein Amphibienfahrzeug, also ein Auto, dass auch als Boot genutzt werden kann und umgekehrt. Der US-Amerikaner Rick Dobbertin hat in den vergangenen neun Jahren nach eigenen Angaben 18.800 Arbeitsstunden in das Projekt gesteckt. Nun ist ihm das Geld ausgegangen und das noch längst nicht fertige Hydro-Car muss versteigert werden.

Die Entwicklung des Gefährts finanzierte Dobbertin durch den Verkauf früherer Auto-Kreationen. Er baute in den achtziger Jahren mehrere, teils von Fachorganisationen in den USA ausgezeichnete Hot Rods und konstruierte im Anschluss aus einem Milchtankauflieger den Dobbertin Surface Explorer. Dabei handelte es sich um ein knapp zehn Meter langes Amphibienfahrzeug mit allem Drum und Dran, mit dem Mister Dobbertin die Welt umrundete - und zwar zu Lande und zu Wasser.

Das jetzt zum Verkauf stehende Hydro-Car sollte die Krönung von Dobbertins bisherigen Auto-Schöpfungen werden. Der verwegen gestylte Zweisitzer hat große Flügeltüren und einen noch größeren Motor. Den ursprünglich geplanten 9,3-Liter-V8-Bigblock von Chevrolet tauschte Dobbertin erst kürzlich noch gegen ein ählich dimensioniertes Aggregat der Firma World Products aus, das den Namen "Merlin Hardcore" trägt. Dieser Motor leistet rund 750 PS und stellt ein Drehmoment von 955 Nm bereit - und übertrifft damit das Chevy-Triebwerk deutlich.

Die Kraft der Maschine gelangt über eine spezielle Viergang-Automatik entweder an die Räder der Vorderachse, oder an den Propeller am Heck, der das Hydro-Car bei Wasserfahrten antreibt. Den Wechsel zwischen trocken und nass vollzieht der Fahrer per Knopfdruck: Im "Wasser-Modus" hebt sich die Kabine etwas an, so dass sie über der Wasserlinie schwebt und das Fahrzeug eher wie ein Katamaran aussieht. An Land wiederum wirkt das Hydro-Car ziemlich flach und sportlich, beinahe aggressiv. Tatsächlich aber ist es bislang eher eine träge Echse. Damit der Wagen auf dem Trockenen einfacher zu manövrieren ist, können übrigens beide Achsen unabhängig voneinander gelenkt werden.

Potenzielle Interessenten weist Rick Dobbertin darauf hin, dass das Hydro-Car noch nicht ausgereift ist und keineswegs als Alltagsauto tauge. Für alle Fälle wird zum Amphibienfahrzeug ein passender Anhänger mitgeliefert. So lässt sich das spektakuläre Mobil zumindest auf fremder Achse zuverlässig bewegen. Und als Showcar ist es auf jeden Fall ein Hingucker.

jüp

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