E10: Biosprit wird nicht nachgefragt - DER SPIEGEL
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Unbeliebter Biosprit E10 ist noch immer ein Ladenhüter

Nach dem Chaos um die E10-Einführung sollte eine langsame Verbreitung den Autofahrern die Zweifel an der umstrittenen Spritsorte nehmen. Eine Taktik, die sich bislang nicht auszahlt. Mehr als ein Jahr nach dem Verkaufsstart ist der sogenannte Biosprit noch immer unbeliebt.
Wirklich Bio? Viele Verbraucher zweifeln an der Nachhaltigkeit sogenannter Biokraftstoffe
Wirklich Bio? Viele Verbraucher zweifeln an der Nachhaltigkeit sogenannter Biokraftstoffe

Wirklich Bio? Viele Verbraucher zweifeln an der Nachhaltigkeit sogenannter Biokraftstoffe

Foto: Robert Schlesinger/ picture alliance / dpa
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Viele Autofahrer scheuen noch immer das umstrittene E10-Benzin. Mit einem Anteil von 13 Prozent am gesamten Benzinmarkt bleibe der Absatz der Sorte Super E10 bislang hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück, erklärte der ADAC am Mittwoch in München. Allerdings spielen heute andere Gründe ein Rolle. Die anfängliche Unsicherheit vieler Autofahrer zur Verträglichkeit des neuen Biokraftstoffs sei inzwischen die Sorge um dessen Nachhaltigkeit gewichen.

"Viele Menschen machen sich Gedanken, ob sie mit E10 nicht der Artenvielfalt schaden oder den Hunger in Ländern der Dritten Welt fördern", erklärte ADAC-Präsident Peter Meyer. Damit E10 einen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes leisten könne, müsse das Vertrauen der Verbraucher hergestellt werden. Der ADAC unterstützt grundsätzlich Biokraftstoffe. Meyer forderte aber Politik und Hersteller auf, eine nachhaltige Produktion sicherzustellen, um die Umwelt zu entlasten. Außerdem müsse den Verbrauchern glaubhaft vermittelt werden, dass und wie die Kontrolle darüber wirksam ausgeübt werde.

Seit Anfang 2011 wird an deutschen Tankstellen Super E10 angeboten. Es enthält mit zehn Prozent Bioethanol doppelt so viel Ökokraftstoff wie herkömmliches Super-Benzin. Die Einführung soll dem Klimaschutz dienen, da durch die Biokraftstoffe der Verbrauch von Erdöl verringert werden soll. E10 soll dazu beitragen, die gesetzlich geforderten Absatzquoten für Biosprit zu erreichen. Andernfalls drohen Strafzahlungen.

Allerdings lehnten viele Autofahrer anfangs den neuen Sprit vor allem aus Sorge um ihre Wagen ab. Rund zehn Prozent der Autos vertragen den Kraftstoff nicht. E10 ist zudem äußerst umstritten, weil zur Herstellung von Bioethanol oft Lebensmittel-Rohstoffe wie Getreide oder Zuckerrüben verwendet werden. Außerdem kritisieren Umweltverbände, dass zum Teil Wälder gerodet werden, um Anbauflächen zu erhalten.