Effizienz-Kennzeichnung VCD bezeichnet Öko-Label bei Neuwagen als Mogelpackung
Berlin - Bei Elektrogeräten wie etwa Kühlschränken und Waschmaschinen ist sie längst Standard: Die Kennzeichnung der Effizienzklasse. Ist der Aufkleber grün und prangt der Buchstabe A auf ihm, weiß der Verbraucher, dass es sich um ein besonders sparsames Gerät handelt. Bei Autos macht ein entsprechender Hinweis ebenfalls Sinn, fehlte aber bislang. Das soll sich bald ändern.
Doch Umwelt- und Verkehrsverbände protestieren gegen das geplante neue Hinweisschild zum Energieverbrauch von Neuwagen. Das neue System verwirre die Autokäufer, weil schwere Autos durch die geplante Verordnung bevorzugt würden, kritisierten der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und die Umweltverbände BUND und NABU. Der VCD hat die geplanten Neuerungen bei der Energieverbrauch-Kennzeichnung für Autos als "verbraucherfeindliche Mogelpackung" bezeichnet.
Die Organisationen forderten den Bundesrat auf, den Regierungsentwurf im der Abstimmung am8. Juli abzulehnen. Sollte die Länderkammer zustimmen, wird die Neuregelung am 1. Oktober in Kraft treten. Wie sich die Bundesländer verhalten, ist allerdings noch offen.
In Deutschland müssen Autohersteller und Händler seit November 2004 auf Neuwagen den Kraftstoffverbrauch und den Ausstoß des klimaschädigenden Kohlendioxids (CO2) in Gramm pro Kilometer angeben. Es fehlt jedoch eine Einordnung dieser Werte innerhalb der Fahrzeugkategorie - wie etwa Kleinwagen oder Mittelklasse.
Großer SUV ist effizienter als ein Kleinwagen
Die neue Verordnung soll dem nun Rechnung tragen. Wie beim Energieverbrauch von Waschmaschinen, Kühlschränken oder Lampen ist eine Einteilung in Effizienzklassen geplant - von A+ für besonders gut bis G für besonders schlecht. Zudem werden die Klassen farblich unterschieden, von Grün für A bis C über Gelbtöne für D bis F bis Rot für G.
Die Autoindustrie ist mit der Klassifizierung einverstanden. Sie orientiere sich an dem Grundsatz, die Effizienz für jedes Fahrzeugsegment gesondert zu betrachten, wie VDA-Präsident Matthias Wissmann am Montag sagte.
Der VCD kritisierte, der Regierungsentwurf sei maßgeblich von der deutschen Autoindustrie beeinflusst, deren Hersteller stärker als die ausländische Konkurrenz schwere Limousinen verkauften. Deshalb sollten schwere Modelle etwa von Porsche und Audi mit rund 190 Gramm CO2 pro Kilometer in die Effizienzklasse B eingeordnet werden, Kleinwagen mit dem halben CO2-Ausstoß dagegen in die schlechtere Klasse C.