Elektrobus mit Induktionstechnik: Alternatives Nahverkehrssystem - DER SPIEGEL
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Induktionstechnik im Test: Stromlinienbus

Foto: KAIST

Induktionstechnik im Test Ständig unter Strom

In Südkorea wurde unter einer 24 Kilometer langen Buslinie der Großstadt Gumi ein Induktionssystem installiert. Jetzt hat der Test mit Elektrobussen begonnen, die während der Fahrt permanent Strom tanken - und so ein großes Problem der Elektromobilität umgehen.
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Wie groß ist die Reichweite? Wo gibt es Ladestationen? Wie lange dauert es, bis die Akkus wieder voll sind? Elektromobilität setzt eine ausgeklügelte Logistik voraus - oder Induktionstechnik. Ob die verlässlich funktioniert und dem Stromantrieb zum Durchbruch verhelfen kann, wird seit wenigen Tagen in der südkoreanischen Großstadt Gumi erprobt. Dort fahren zwei Elektrobusse, deren Akkus auch während der Fahrt permanent geladen werden - ganz ohne Kabel.

Die Nahverkehrsbusse mit Elektromotor und Akku fahren auf einer 24 Kilometer langen Teststrecke, die für rund 3,3 Millionen Euro zu diesem Zweck umgebaut wurde. Abschnittsweise wurden in die Fahrbahn Induktionsanlagen eingelassen. Nach Angaben der Entwickler vom Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) ist es für den verlässlichen Betrieb der Busse bereits ausreichend, wenn zwischen fünf und fünfzehn Prozent der Strecke mit Induktionsstreifen versehen sind. Passiert ein Bus diese Abschnitte, werden die Akkus berührungslos mit elektrischer Energie aufgeladen.

Das Prinzip der Induktion ist beispielsweise von Elektrozahnbürsten bekannt, es geht um die Übertragung von elektrischer Energie ohne Stecker, Kabel und Buchse. Im Fall der E-Busse wird elektrische Energie über ein Magnetfeld, das in der Straße verlegte Kabel erzeugen, in die Akkus der Busse übertragen, ohne dass dafür ein direkter Kontakt nötig ist. Die Energie überbrückt dabei einen Freiraum von 17 Zentimetern zwischen der Straße und dem Fahrzeugunterboden. Für Fußgänger oder andere Fahrzeuge soll dabei keine Gefahr entstehen.

Kleinere Akkus - die sparen Gewicht und Kosten

Rein theoretisch böte das Konzept allerlei Vorteile - die sich auch für Elektro-Pkw umsetzen ließen: Aufgrund der regelmäßigen Stromversorgung aus dem Boden benötigen die Busse nur sehr kleine Akkus an Bord. Dies spart Gewicht und senkt den Preis. Zudem entfällt bei einer Strecke mit Induktionssystem das zeitaufwendige Laden per Kabel an speziellen Stationen. Für den Individualverkehr jedoch kämen diese Vorteile nur bei einer flächendeckenden Installation von Induktionsanlagen zur Geltung.

Die Stadtverwaltung von Gumi möchte das Konzept im öffentlichen Nahverkehr bis 2015 mit zehn weiteren Bussen testen. Im Prinzip ist die Sache allerdings ein alter Hut, wenn man an die gute alte Straßenbahn mit einer Stromversorgung per Oberleitungen denkt. Nur stecken die Kabel jetzt verborgen im Untergrund.