Erdogans Autoträume: "Made in Turkey"
Produktion ab 2021 Erdogan will türkisches Auto bauen lassen
Die Türkei will nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan im Jahr 2021 ein im Land produziertes Auto auf den Markt bringen. Für die Produktion sei ein Zusammenschluss von fünf Firmen verantwortlich, sagte der türkische Staatspräsident am Donnerstag in Ankara. Dabei handele es sich um die Anadolu-Gruppe, das türkisch-katarische Unternehmen BMC, die Kiraca Holding, die Turkcell-Gruppe und die Zorlu Holding.
Erdogan sagte, er glaube, dass die Türken das Auto bevorzugen, sobald es auf dem Markt sei. In den Sechzigerjahren hatte die Türkei in Kooperation mit Ford die Marke "Anadol" auf den Markt gebracht. Die Fahrzeuge wurden in der Türkei designet und produziert, die Motoren stammten von Ford. Insgesamt entstanden sieben verschiedene Anadol-Modelle, unter anderem auch ein Sportwagen, der Anadol STC 16. In den Neunzigerjahren wurde die Anadol-Produktion eingestellt.
Vorbild Tesla?
Parallel zu den Anadol-Modellen wurde ab 1971 in Kooperation mit Fiat der Tofas Murat gebaut, eine leicht veränderte Variante des Fiat 124, sowie später der Fiat 131 in unterschiedlichen Varianten und mit unterschiedlichen Namen in Lizenz gefertigt. Bis heute werden in den Tofas-Werken Fiat-Fahrzeuge hergestellt, allerdings nicht mehr unter dem Namen Tofas verkauft.
Tofas 131 - Lizenzbau von Fiat
Foto: Shutterstock / alexfan32Die türkische Autoindustrie produziert zurzeit vor allem für US-amerikanische und europäische Marken. Die Voraussetzungen für den Bau eines eigenen Modells sind allerdings grundsätzlich günstig: Durch die immer dominanter werdende Rolle von Zulieferbetrieben bei der Konzeption und der Produktion von Fahrzeugen lässt sich heute auch ohne lange Erfahrungen nur durch den Zukauf von Know-how ein eigenes Auto auf die Räder stellen.
Bestes Beispiel ist hier Tesla: Das kalifornische Auto-Start-up hat es über diesen Weg quasi aus dem Stand geschafft, in Schlüsseldisziplinen wie Innenausstattung und Fahrwerk zu etablierten Herstellern aufzuschließen.