Erstes schwarzes E-Taxi auf Londons Straßen - DER SPIEGEL
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Londons neues E-Taxi Schwarz, aber sauber

Sie gehören zum Stadtbild wie die Tower Bridge: die schwarzen Londoner Taxis. Charakter haben sie, saubere Motoren leider nicht. Dieses neue E-Taxi soll sie in den kommenden Jahren ersetzen.
Elektrisches "Black Cab" - das TX eCity
Elektrisches "Black Cab" - das TX eCity

Elektrisches "Black Cab" - das TX eCity

Foto: DANIEL LEAL-OLIVAS/ AFP
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Mit gutem Willen erkennt man noch die klassische Form: das bucklige Heck, die hohe Kabine für die Passagiere, die großen Oldtimer-Schnauze mit den runden Augen, die breiten Türen. Etwas rundlicher ist das neue Taxi geworden, von weitem fällt es dem Betrachter wahrscheinlich gar nicht auf, dass er eine kleine Revolution erlebt: In London hat an diesem Dienstag das erste E-Taxi seinen Dienst aufgenommen.

Chris Gubbey, Geschäftsführer der London Electric Vehicle Company, verspricht nicht weniger als eine "völlig neue Erfahrung" für die Passagiere. Das wird es bestimmt - doch es wird viele geben, die den alten "black cabs" nachtrauern. Sie waren einfach Kult.

Nur leider war der Motor des Kultmobils so gar nicht in Einklang zu bringen mit den Emissionsauflagen, die ab 2018 für neu zugelassene Taxis gelten. Bis 2021 soll deshalb rund die Hälfte der Flotte aus E-Autos bestehen, mehr als 9000 E-Taxis sollen schwarze Dieseltaxis ersetzen. Das soll helfen, die Feinstaubbelastung und den Lärmpegel in London zu verringern.

Zu den ersten Gratulanten gehörten die Umweltschützer von Greenpeace, die das Königreich beglückwünschten, ein Unternehmen wie die London Electric Vehicle Company hervorgebracht zu haben. "The tide is turning on diesel", sagte die Greenpeace-Expertin für saubere Luft, Anna Jones, dem "Guardian" . Frei übersetzt: Das Blatt wendet sich gegen den Diesel.

Kapital aus China, Technik aus Schweden

Das Lob für den Hersteller ist nicht ganz genau: Die London Electric Vehicle Company ist zwar die Nachfolgerin der traditionsreichen London Taxi Company - doch das 1899 gegründete Unternehmen ging pleite. 2013 war erst der britische Staat eingesprungen, dann übernahm der chinesische Autohersteller Geely den Betrieb. Es steckt also zumindest chinesisches Kapital in dem neuen Taxi - und dazu noch schwedische Technologie. Denn Geely ist seit 2010 auch Besitzer der schwedischen Traditionsmarke Volvo.

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Stilprägendes Taxi: Das "Black Cab" in London

Foto: Facundo Arrizabalaga/ picture alliance / dpa

Also zum Auto: Der neue Wagen sei das Produkt neuer Technologie gepaart mit der Erfahrung, die nötig sei, um gute Taxis zu bauen, erklärt Geschäftsführer Chris Gubbey. Die klassische Form bleibt wie gesagt größtenteils erhalten, die E-Taxis sind etwas größer als ihre Vorgänger und bieten so sechs Personen Platz. Zudem sind sie mit Wlan, Steckdosen und Kartenlesegeräten für kontaktloses Bezahlen ausgestattet.

Taxifahrer Peter Powell im neuen E-Taxi

Taxifahrer Peter Powell im neuen E-Taxi

Foto: DANIEL LEAL-OLIVAS/ AFP

Taxifahrer Peter Powell ist überzeugt: "Die Kunden werden es lieben". Er ist seit 22 Jahren im Geschäft und hat die neuen Wagen in den letzten zwei Monaten probegefahren. Der 61-Jährige merkte jedoch an, dass "viele alte Hasen die Umstellung nicht mögen", manch einer unter den Fahrern befürchte einen Mangel an Ladestationen.

Die Taxis haben eine Reichweite von knapp 130 Kilometern, dann ist die Batterie leer. Allerdings bekommen die Wagen laut dem britischen "Auto Express"  einen Range-Extender: Unter der Motorhaube sitzt ein 1,3-Liter-Benzinmotor - von Volvo - als Generator, der die Batterie lädt, bevor sie schlapp macht. Mit Extender sind dann an die 600 Kilometer Reichweite drin. Im Durchschnitt fährt ein Londoner Taxifahrer am Tag knapp 200 Kilometer.

Das neue Taxi kostet 55.000 Pfund, also rund 62.400 Euro. Die letzte Generation der Dieseltaxis lag bei 45.000 Pfund, aber der Hersteller verspricht, dass die Fahrer den Mehrpreis wieder herausholen. Sie würden ja jede Woche rund hundert Pfund an Spritkosten sparen.

oka/AFP