Erwischter Autofahrer Einhorn-Ausrede war eine Ente
Billings - "Das Einhorn ist nicht Auto gefahren", meldete die "Billings Gazette". Gestern hatte die Zeitung im US-Staat Montana eine Meldung verbreitet, wonach sich ein Autofahrer mit einer verzweifelten Ausrede retten wollte. Er sollte gegenüber der Polizei behauptet haben, dass ein Fabelwesen am Steuer seines gegen einen Laternenmasten geprallten Geländewagens gesessen habe.
Alles Humbug, sagte Dennis Paxinos, Staatsanwalt des County Yellowstone, der Zeitung: "Das ist nicht passiert." Schuld an der Medienente seien sich überkreuzende E-Mails und falsch verstandener Anwalts-Slang. Unter Anwälten gebe es in der Fachumgangssprache den Ausdruck: "SEDI-Verteidigung", eine Abkürzung für "somebody else did it", jemand anderes war Schuld. Dies sei eine allzu oft gehörte Ausrede von Angeklagten bei Verkehrsdelikten. Manchmal werde dies jedoch auch "Einhorn"-Ausrede genannt, die Schuld wird also einer mystischen Person zugeschrieben, die zur Tatzeit am Steuer gesessen haben soll.
Im Fall des Geländewagenfahrers von Billings habe der 42-jährige Angeklagte behauptet, seine Freundin hätte am Steuer des Autos gesessen. Wie Paxinos berichtete, habe der Staatsanwalt, der die Anklage verfasste, dies in einer E-Mail an den Anwalt, der vor Gericht gehen sollte, als "Einhorn"-Verteidigung bezeichnet. Dieser habe es den Richtern so vorgetragen. "Der Angeklagte hat andere schwerwiegende Probleme, aber dieses ist keins davon", sagte Paxinos.
Der 42-Jährige weist ein üppiges Vorstrafenregister auf. Fünfmal war er bereits alkoholisiert am Steuer erwischt worden. Zudem stehen satte 53 weitere Verstöße gegen die Verkehrsordnung in seiner Sünderkartei - unter anderem ist er 28 Mal ohne gültigen Führerschein ertappt worden.
Paxinos sagte laut der "Billings Gazette", dass die beteiligten Staatsanwälte bestraft würden und er dem Anwalt des Angeklagten eine Erklärung abgeben werde.
abl