Expertenprognose: "Super wird das neue, teurere Normal" - DER SPIEGEL
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Expertenprognose "Super wird das neue, teurere Normal"

Die Mineralölkonzerne wollen nach Ansicht von Experten Normalbenzin vom Markt verdrängen. Bereits seit einiger Zeit bewegen sich die Preise von Benzin mit 91 und 95 Oktan aufeinander zu - eine Super-Monokultur wäre für die Ölfirmen äußerst lukrativ.
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Hamburg - Mittelfristig deute alles auf Abschaffung des Normalkraftstoffs hin, sagte der Präsident des Automobilclubs von Deutschland (AvD), Wolfgang-Ernst Fürst zu Ysenburg, der "Bild"-Zeitung: "Super wird das neue, dann aber teurere Normal". Die Tankstellenkonzerne hätten den Preisunterschied zwischen Normal und Super bereits auf einen Cent halbiert.

Für die Ölgesellschaften wäre der Wegfall von Normalbenzin ein lohnendes Geschäft, denn die komplette Umstellung auf Super brächte zusätzliche Einnahmen, während gleichzeitig die Kosten für getrennte Tanks entfielen. Branchenkenner vermuten seit Jahren, die Ölkonzerne wollten Normalbenzin lieber heute als morgen abschaffen.

Alle großen Konzerne weisen dies jedoch weit von sich. Als Grund für die Preisentwicklung nennen sie vielmehr die weltweit hohe Nachfrage nach Normalbenzin, das auch als 91-Oktan-Benzin bezeichnet wird. Zeitweise sei Normal auf den internationalen Märkten sogar teurer gewesen als das eigentlich hochwertigere Super mit 95 Oktan.

Kartellamt soll Verdacht auf Absprache prüfen

Betroffen von der Preiserhöhung sind vor allem Fahrer einfacherer und älterer Autos, die oft noch mit Normalbenzin laufen. Teure und sportliche Autos sind dagegen eher auf Super oder gar auf das noch teurere Super Plus ausgelegt.

ADAC-Experte Jürgen Albrecht sagte der Zeitung, die Konzerne wollten die Nachfrage testen und möglicherweise einen Teil der Autofahrer zum Umsteigen bewegen. Weil wieder alle Anbieter zur gleichen Zeit den Preis für Normalbenzin erhöht hätten, müsse sich das Kartellamt darum kümmern, forderte AvD-Präsident Ysenburg. Er kritisierte dabei eine "eiskalte Abzocke" zulasten des Normalverbrauchers.

hil/AP/ddp