Explodierende Kosten: 2008 wird teuerstes Autojahr der Geschichte - DER SPIEGEL
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Explodierende Kosten 2008 wird teuerstes Autojahr der Geschichte

Die hohen Spritpreise dürften 2008 für Autofahrer zum teuersten Jahr aller Zeiten machen. Zusätzlich sind Kosten für Reparatur und Wartung in die Höhe geschnellt. Nächstes Jahr klettern dann auch noch die Bußgelder für Verkehrsünden.
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Hamburg/New York - "Hauptgrund sind die explodierenden Kosten für Diesel und Benzin", sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel am Freitag. Hinzu kämen noch steigende Preise für Reparaturen, Zubehör und Autokauf. "Die Pkw-Kosten lagen schon im ersten Quartal 10,4 Prozent höher als 2005", sagte er der "Bild"-Zeitung. Sie stiegen fast doppelt so schnell wie die sonstigen Lebenshaltungskosten.

Experten befürchten wegen des teuren Öls auch negative Folgen für Wirtschaft und Konsum. Trotz leicht zurückgehender Preise bleibt Sprit in Deutschland teuer. Nach Angaben des ADAC vom Freitag wurden für einen Liter Superbenzin im Schnitt etwa 1,50 Euro fällig, für Diesel 1,49 Euro. Beide Produkte hatten am Mittwoch mit etwa 1,52 Euro je Liter erstmals gleich viel gekostet. Der Preis für Heizöl liegt ebenfalls auf Rekordniveau. Für 100 Liter wurden im Schnitt 94 Euro fällig.

Sprit bleibt teuer

Nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) müssen sich die Autobesitzer auf dauerhaft hohe Benzinpreise einstellen. Unter 1,30 Euro pro Liter werde der Preis nicht mehr sinken, sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun der "Bild"-Zeitung: "Die Zeiten günstigen Sprits sind wegen der weltweit hohen Ölnachfrage vorbei."

Wirtschaftsforscher Thomas Straubhaar rechnet wegen des hohen Ölpreises mit deutlichen Bremsspuren beim privaten Konsum. "Das verfügbare Einkommen für den Konsum anderer Güter wird geringer ausfallen", sagte der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts der Deutschen Welle. Mit Blick auf die bevorstehende Hauptreisezeit sollten sich Verbraucher auf höhere Flugpreise einstellen.

Für die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, spielt neben der Spekulation an den Rohstoffbörsen die Sorge vor Angebotsengpässen eine zentrale Rolle bei der Preisentwicklung. Sollte der Ölpreis längerfristig auf dem hohen Niveau bleiben und sich zugleich der US-Dollar stabilisieren, rechnet sie mit "ernstzunehmenden Problemen für die weltweiten Volkswirtschaften". In den nächsten zwei Jahren könnte er nach aktuellen Prognosen bis auf 200 Dollar je Fass steigen.

Bundesregierung will vorerst nicht eingreifen

Für die hohen Ölpreise sind nach Ansicht des Generalsekretärs der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) nicht ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, sondern Spekulanten verantwortlich. Der schwache Dollar sei ein weiterer Grund, sagte Abdalla Salem el Badri. Die derzeitigen Preise seien deutlich zu hoch. Zugleich betonte er, die OPEC werde die Fördermengen nicht erhöhen oder beim Ölpreis auf Euro wechseln.

Der Bundesfinanzminister profitiert nach eigenen Angaben nicht von den steigenden Öl- und Kraftstoffpreisen. Das erklärte Ministeriumssprecher Torsten Albig. Richtig sei zwar, dass mit höheren Ölpreisen auch das Mehrwertsteueraufkommen aus diesem Segment steige. Da der Bürger aber jeden Euro nur einmal ausgeben könne, fielen Mehrwertsteuereinnahmen dort weg, wo er wegen des hohen Ölpreises Konsumverzicht übe.

Die Bundesregierung plant keine direkten Maßnahmen, um die Belastung der Verbraucher durch die steigenden Öl- und Kraftstoffpreise zu dämpfen. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm wies darauf hin, dass der Preisanstieg eine Entwicklung sei, "die wir immer wieder auf internationaler Ebene erörtern".

Gregor Haake, AP