Fahren im Herbst: Grau in grau - DER SPIEGEL
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Fahren im Herbst Grau in grau

Cabrio-Verdeck nach hinten, Sonnenbrille auf die Nase und "Let The Sun Shine" in der Musikanlage - diese Phase ist in Mitteleuropa allmählich vorüber. Herbstwetter mit Regen, Nebel und ersten Frostnächten kehrt ein. Autofahrer sollten sich darauf einstellen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In den kommenden Wochen halten Witterungs- und Straßenverhältnisse wieder sämtliche Variationen auf der Skala zwischen goldener Herbst und Schmuddelwetter bereit. Für Autofahrer aber auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer beginnt deshalb jetzt die Zeit mit einem höheren Unfallrisiko. Doch ein den jeweiligen Bedingungen im Straßenverkehr angemessene Verhalten hilft, dieses Risiko zu senken. Es gilt vor allem, folgende Grundregeln zu beachten:

- Die Straßen sind durch nasses Laub oder Ackerschmutz jetzt besonders rutschig. In Wäldern, auf Alleen und bei Einmündungen in Feldwege ist deshalb erhöhte Vorsicht geboten.

- Bei schlechten Licht- und Sichtverhältnissen sollten Autofahrer rechtzeitig das Abblendlicht einschalten. Es empfiehlt sich, Tankstopps auch dazu zu nutzen, die Scheinwerfer- und Rücklicht-Streuscheiben zu reinigen; außerdem sollten die Scheiben gründlich geputzt werden, um Blendeffekte zu minimieren. Verschlissene Scheibenwischer sollten spätestens jetzt ausgetauscht werden.

- Bei Regen und Nebel gilt als Grundregel: Tempo drosseln! Falls die Sichtweite weniger als 50 Meter beträgt (entspricht dem Abstand zwischen zwei Leitpfosten am Straßenrand), darf die Nebelschlussleuchte eingeschaltet werden (aber nur dann!). Der Abstand zum Vorausfahrenden sollte groß genug sein, um noch vor ihm sicher zum Stehen kommen zu können. Wird die Sicht wieder besser, die Nebelschlussleuchte unverzüglich ausschalten.

- Heftiger Regen birgt Aquaplaninggefahr vor allem dann, wenn die Reifen abgefahren, die Geschwindigkeit hoch oder die Straße von Spurrillen durchzogen ist. Auch hier gilt: Tempo drosseln! Falls sich das Auto nicht mehr lenken lässt, nicht bremsen, sondern auskuppeln und das Lenkrad festhalten, bis die Reifen wieder Grip haben.

- In der Nacht und am Morgen sollten Autofahrer in Waldschneisen, auf Brücken und in Senken besonders vorsichtig fahren. Dort bilden sich am ehesten Raureif oder Glatteis durch überfrierende Nässe.

- Die Beleuchtung des Autos regelmäßig überprüfen und auch das Profil der Reifen kontrollieren. übrigens: Bei Winterreifen sind vier Millimeter Profiltiefe das Minimum, sie sollten darüber hinaus nicht älter als sechs Jahre sein.

- Generell gilt: Bei unsicherer Wetter- und Verkehrslage rechtzeitig losfahren und genügend Pufferzeit einkalkulieren. Die gefährlichsten Begleiter auf Fahrten im Herbst sind Termindruck und Hektik.