Fiat im Supermarkt Kombi neben Kühle
Bielefeld/Frankfurt am Main - Ab kommenden Montag startet das zur Edeka-Tochter AVA gehörende Unternehmen Marktkauf das Autoangebot in ihren Großflächenmärkten: Der Fiat-Kombi werde in zwei Versionen verkaufen, teilte die AVA am Freitag in Bielefeld mit. Die Wagen mit Tageszulassung vom Herbst 2003 stammten von einem Importeur. Der Preisvorteil liege bei bis zu 28 Prozent, hieß es.
Der italienischen Autohersteller reagierte verärgert. Fiat sei "weder involviert, noch darüber informiert", betonte ein Unternehmenssprecher in Frankfurt am Main. Fiat lehne die Aktion ab. "Wir sind daran interessiert, unsere Vertriebsaktivitäten über das autorisierte Händlernetz abzuwickeln."
Bereits in der Vergangenheit hatten Marktkauf und andere Anbieter wie Schlecker, Quelle und Edeka zeitweise Autoangebote ins Sortiment genommen, um das Verbraucherinteresse zu erregen. Bei den Herstellerfirmen war dies auf teilweise massiven Widerstand gestoßen. So hatte Fiat der Drogeriekette Schlecker mit Klage gedroht und war auch gegen Edeka in einem anderen Fall juristisch vorgegangen.
Doch vor fast zwei Jahren hat die EU-Kommission den Handel mit Neuwagen durch die geänderte Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) neu geregelt und damit den Verkauf von Autos in Supermärkten juristisch möglich gemacht. Zuvor konnten sich die Hersteller aussuchen, welche Händler ihre Neuwagen vertreiben.