Ford Fiesta und Kuga: Weg mit dem Staub! - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Ford Fiesta und Kuga Weg mit dem Staub!

Kein halbes Jahr ist es her, da stellte Ford die Kleinwagen-Studie Verve vor. Inzwischen ist das Auto serienreif und wird beim Genfer Salon als neuer Fiesta vorgestellt. Und noch eine Weltpremiere haben die Kölner parat: den neuen Kompakt-SUV Kuga.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bei Ford geht es derzeit Schlag auf Schlag: Keine andere Volumenmarke legt in Deutschland so ein Tempo vor, wie die Kölner. Beim Autosalon in Genf (6. bis 16. März) bringt Ford die wohl wichtigsten Neuheiten für den Rest des Jahrzehnts in Stellung.

Im Kleinwagen-Segment darf die nächste Generation des Fiesta von der Leine. Mit feschem Design, überraschendem Innenleben, intelligentem Leichtbau und pfiffigen Ausstattungsmerkmalen soll das Auto den einstigen Spitzenplatz zurück erobern. Und mit dem Kompakt-SUV Kuga nimmt die Marke spät aber zuversichtlich die Verfolgung von VW Tiguan und Co. auf. Beide Autos sind brandneu und trotzdem schon bekannt. Denn sie standen bereits - da aber noch als Studien deklariert - auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt.

Damals hieß der Fiesta allerdings noch Verve, doch für das Serienmodell wurde wieder der gewohnte Name gewählt. "Seit mehr als 30 Jahren genießt dieses Modell einen hohen Bekanntheitsgrad. Aus diesem Grund lag es für uns auf der Hand, dass auch der Nachfolger Fiesta heißen muss", sagt Ford-Europachef John Fleming.

Immerhin hat sich an der Dynamik des Designs kaum etwas geändert. Als hätte ein Sturm eine dicke Staubschicht vom Fiesta geblasen, wirkt die Neuauflage wie aus einer anderen Welt. Weit reißt der Neue sein grob vergittertes Kühlermaul auf, und die bis tief in die Kotflügel gezogenen Scheinwerfer blicken wie Raubvogelaugen.

Noch sportlicher wirkt der Fiesta von der Seite, wo die Designer das schmale Fensterband mit einem schmucken Chromrahmen gefasst und hinten spitz zusammengeführt haben. Die Radhäuser über den 17-Zoll-Rädern sind weit ausgestellt, entlang der Unterkante und parallel zur Gürtellinie steigen zwei kraftvolle Linien zum hohen Heck auf. Das Dach schließlich fällt im sanften Bogen bis zu einem Spoiler ab, unter dem die schräg stehende Heckklappe beginnt. Dazu gibt es auf Brusthöhe gesetzte Heckleuchten und eine Heckscheibe, die kaum größer wirkt als eine Schießscharte. Die Sicht nach hinten dürfte also sehr beschränkt sein.

Im Innenraum trumpft der neue Fiesta noch mehr auf. Wie bei der Studie Verve sind auch im Serienmodell die wichtigsten Schalter und Regler so um den großen Monitor unter der Frontscheibe drappiert, dass sie an die Tastatur eines Handys erinnern. Dazu gibt es weiter unten auf der Armaturentafel drei große Drehregler für die Klimaanlage. Der Schaltknauf rückte nach oben und es gibt viele Ablagen sowie einen neuen Schwung in der Mittelkonsole.

Tankstutzen mit "Dussel-Schutzmechanismus"

So modern wie das Interieur aussieht, so fortschrittlich soll auch die Ausstattung sein, verspricht Ford. Unter anderem erhält der Fiesta den ersten Knie-Airbag in dieser Klasse und einen intelligenten Einfüllstutzen, der Tanktrottel vor Fehlbefüllungen abhalten soll. Dazu sind USB-, Bluetooth- und iPod-Schnittstellen vorgesehen, ein intelligentes Bediensystem und eine Chipkarte als Zündschlüssel.

Wenige Worte verlieren die Kölner bislang über die Abmessungen. Nur dass der Wagen beim Generationswechsel ausnahmsweise mal nicht größer, aber dafür leichter wurde, steht fest. Schließlich nutzt der schätzungsweise knapp vier Meter lange Fiesta Teile des Mazda 2, der in seiner jüngsten Fassung immerhin um 100 Kilo abspeckte.

Das Motorenprogramm hat Ford bereits verraten: So startet der Fiesta mit vier Benzinern, zu denen auch der 115 PS starke 1,6-Liter-Vierzylinder aus dem Kompaktwagen Focus zählt. Darunter gibt es einen 1,4-Liter-Motor mit 91 PS, ein 1,25-Liter-Aggregat mit 60 PS oder 80 PS sowie als einzigen Diesel einen 1,4-Liter-Selbstzünder mit 90 PS. Außerdem wurde ein Econetic-Modell angekündigt, dessen CO2-Ausstoß die 100 Gramm-Marke unterschreiten soll.

Auch der serienfertige Kuga steht in Genf

Obwohl der neue Fiesta erst im Herbst auf den Markt kommen wird, ist er für Ford die wichtigste Neuheit des Jahres. Doch in Genf wird noch eine zweite Premiere gefeiert: Eine Bühne weiter wird sich auf dem Messestand nämlich die Serienfassung des Kuga drehen, der noch im Sommer an den Start geht. Der Fünfsitzer basiert technisch auf dem Focus und ist der erste Ford-Geländewagen, der in Europa entwickelt wurde.

Statt eines antiquierten US-Giganten mit zweifelhaftem Fahrwerk, lieblosem Interieur und durstigem Motor gibt es nun also ein kompaktes Sport Utility Vehicle (SUV) in der aktuellen Designsprache, das innen hübsch anzusehen ist, sicher recht knackig fahren wird und zudem einen vernünftigen Motor bekommt. Denn der einzige Antrieb für den 4,44 Meter langen Kompakt-SUV wird ein 136 PS starker Dieselmotor sein, der im sparsamen Basismodell nur auf die Vorderräder wirkt und den Kuga mit 6,3 Litern und 165 Gramm CO2 zum Saubermann im Segment macht.

Doch groß ins Gewicht wird der Allradantrieb - zumindest an der Tankstelle - nicht fallen: Laut Datenblatt verbraucht die Allradversion lediglich 0,1 Liter mehr - und das macht umgerechnet vier Gramm mehr CO2.

Mehr lesen über