Ford Focus C-MAX Vitamin-Van
Die positiven Reaktion auf die im Oktober auf dem Pariser Salon vorgestellte Studie und deren Bezeichnung "Focus C-MAX Concept" haben Ford ermutigt, den Namen für das Serienmodell zu übernehmen. Und die Marketing-Abteilung füllte ihn denn auch gleich mit Inhalt: So stehe der Buchstabe C nicht nur für das Fahrzeugsegment, in dem der kompakte Mittelklässler antritt, sondern auch für "Comfort" (Komfort), "Confidence" (Verlässlichkeit) und "Control" (Fahreigenschaften). MAX schließlich symbolisiere, was Ford in jedem dieser Bereiche erreichen will: das Maximum.
Tatsächlich erhofft sich Ford von dem Focus-Van auch eine Belebung seiner Verkaufszahlen. Ebenso wie VW, die in Genf nur ein paar Schritte weiter ihren Touran erstmals dem Publikum präsentieren, hatte der Konzern das Segment der Kompaktvans in den vergangenen Jahren kampflos den Bestsellern Opel Zafira und Renault Scénic überlassen. Ab Herbst diesen Jahres soll auch der C-MAX in diesem stetig wachsenden Markt Käufer und Anteile holen.
Anders jedoch als die Mitbewerber verzichtete Ford in seinem Minivan auf die dritte Sitzreihe. "Nur wenige Käufer transportieren tatsächlich sieben Personen", weiß Fords Entwicklungschef Derrick Kuzak, "Wir sind uns sicher, dass der C-MAX als Fünfsitzer die Erwartungen unserer Kunden erfüllt." Immerhin profitierten sichtbar die Designer von dieser Entscheidung. Im Vergleich zum kantigen Touran wirkt der C-MAX durch seine steil ansteigende Focus-Front und dem leicht abfallenden Heck deutlich dynamischer. Ein Luftwiderstandsbeiwert von cW 0,29 belegt diesen Eindruck.
Statt der sieben Sitze setzt Ford in seinem Kompaktvan, der die Lücke zwischen dem Fusion und dem Galaxy schließt, auf viel Gepäckraum und mehr Variabilität. Dazu gehört das Rücksitzsystem "Komfort", das in den Ausstattungslinien Trend und Ghia angeboten wird. Ähnlich wie im neuen Opel Meriva lässt sich damit der mittlere Rücksitz nach hinten wegklappen, und die beiden äußeren Sitze nach hinten und zur Mitte diagonal verschieben. So genießen zwei Personen auf den Rücksitzen die gleiche Schulter- und Beinfreiheit wie die Leute auf den Vordersitzen. Grundsätzlich lassen sich die Lehnen aller drei Fondplätze aber auch einzeln komplett umklappen oder die Rücksitze können vollständig ausgebaut werden.
Im Innenraum finden sich außerdem je nach Ausstattungsvariante zahlreiche Ablage- und Staumöglichkeiten. So beispielsweise Staufächer mit Abdeckung unter dem Fußraum der zweiten Sitzreihe, eine Schublade unter dem Beifahrersitz, ein großes Handschuhfach sowie ein weiteres, großformatiges Fach auf der Armaturentafel, das vom Fahrer aber nur sehr schlecht zu erreichen ist. Der Schalthebel ist wie bei den großen Vans im Instrumententräger integriert, darunter befindet sich statt eines Handbremshebel eine elektronische Feststellbremse.
Van-typisch ist die hohe Sitzposition, die einen guten Überblick gewährt. Im Vergleich zu den Focus-Limousinen ist der C-MAX aber nicht nur höher und breiter, sondern hat auch einen längeren Radstand und eine größere Spurweite. Auf der Straße werde er sich aber nicht von seinen Pkw-Brüdern unterscheiden. Das Fahrwerk soll ähnlich dynamisch und agil abgestimmt sein.
Bereits ab Werk bekommt der C-MAX vier große Scheibenbremsen, das Antiblockiersystem ABS sowie einen Bremsassistenten, der im Notfall ohne Zeitverzögerung den maximalen Bremsdruck aufbaut. Das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) soll ebenfalls in der Serienausstattung dabei sein. Das passive Sicherheitssystem besteht aus zweistufig auslösenden Frontairbags, Seitenairbags vorn und Kopf-Schulterairbags sowie Dreipunktgurte und Kopfstützen für alle fünf Plätze.
Der Verkaufstart beginnt mit zwei Diesel-Motoren und einem Benziner. Die beiden Selbstzünder wurden gemeinsam mit PSA Peugeot-Citroën entwickelt und arbeiten mit einem Common-Rail-Einspritzsystem der zweiten Generation. Der 1,6-Liter- TDCi leistet 110 PS und stemmt über ein elektronisch geregeltes "Drive-by-wire"-Gaspedal bereits bei 1750 Umdrehungen sein maximales Drehmoment von 240 Newtonmetern auf die Kurbelwelle. Der neue 2,0-Liter-TDCi entwickelt 135 PS und 320 Newtonmeter Drehmoment, die über ein ebenfalls neues Sechsgang-Schaltgetriebe in Bewegung umgesetzt werden. Einziger Ottomotor ist zunächst ein 1,8-Liter-Vierzylinder mit 120 PS und 169 Newtonmeter Drehmoment.