Ford Focus mit H2-Motor Mal ausprobieren
Die Technik, herkömmliche Motoren mit Wasserstoff an Stelle von Benzin zu befeuern, gilt vielen in der Autoindustrie als Übergangslösung auf dem Weg hin zu einer Wasserstoff-Mobilität mit Brennstoffzellenfahrzeugen. Der Grund: Bis Autos mit Brennstoffzellenantrieb technisch und vor allem ökonomisch wirklich ausgereift sind, könnten Fahrzeuge mit Wasserstoff-Verbrennungsmotoren dafür sorgen, eine "Nachfrage nach Wasserstoff zu erzeugen, und somit helfen, die bislang fehlende Wasserstoffinfrastruktur aufzubauen", wie Ford in einer Mitteilung wirbt.
Es sei absehbar, so die Ford-Forscher, dass der Wasserstoff-Verbrennungsmotor früher seine Marktreife erlangen werde als die Brennstoffzelle. Die Konklusion: Lasst uns solche Autos bauen, denn je mehr Fahrzeuge Wasserstoff tanken, desto schneller wird das entsprechende Tankstellennetz mitwachsen. Eben jene noch völlig fehlende Wasserstoff-Infrastruktur ist häufig das Argument, mit dem entsprechend zukunftsweisende Projekte im Anfangsstadium stecken bleiben.
Das Focus C-Max mit dem neuen Antrieb basiert auf dem Modell mit 2,3-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor, der 110 PS (82 kW) leistet. Für den Wasserstoffbetrieb wurde die Batterie aus dem Motorraum entfernt und unter den Rücksitzen installiert, zudem erhielt das Aggregat zwei Ladeluftkühler sowie eine veränderte Motorelektronik. Besonders aufwendig ist das Tanksystem, um mögliche Sicherheitsrisiken so weit wie möglich zu minimieren.
Die Versuchswagen werden mit komprimiertem Wasserstoff befüllt, der in drei Tanks (zwei davon im Kofferraum, einer am Unterboden im Heck) bei 350 bar gespeichert wird. Über Druckminderer wird die Kompression des Wasserstoffs bis zum Motoreinlass auf 5,5 bar reduziert. Gemeinsam fassen die Tanks 119 Liter, was einer Menge von 2,75 Kilogramm Wasserstoff entspricht. Daraus ergibt sich eine Reichweite des Versuchsautos von rund 200 Kilometern.
Auf Grund der Kompressoraufladung des Wasserstoff-Verbrennungsmotors ist die Leistung mit der des Benzinaggregats vergleichbar. Ford plant mit den beiden Prototypen in den kommenden Monaten umfangreiche Tests. Danach soll über die Zukunft dieser vermeintlichen "Übergangs"-Technik entschieden werden.