Ford GTX1 Der endgültige Roadster
Normalerweise werden Autos wie der GTX1 als Lockvögel auf Messen präsentiert - um die Besucher zu beeindrucken, um die Berichterstatter zu motivieren und um das Image zu polieren. Da machte der GTX1 jetzt in Las Vegas keine Ausnahme, und doch ist es in diesem Fall ein wenig anders: denn der Wagen muss kein Traum bleiben. Die Genaddi Design Group aus Manitowoc im US-Staat Wisconsin, die bereits durch eine Stretchversion des Rolls-Royce Phantom und eine Cabriovariante des Maybach auf sich aufmerksam machte, bekam von Ford den Auftrag, das Dach des Sportwagens zu zerlegen. Und weil das so gut funktionierte, bietet Genaddi jetzt an, dies weiterhin zu tun. Voraussetzung: GT-Besitzer müssen ihr Auto dafür zur Verfügung stellen.
Sie erhalten dann einen Roadster mit einem raffinierten Puzzledach zurück. Denn Genaddi entwickelte für den Ford GT ein vierteiliges Dachsystem, mit dem sich der Wagen als Coupé, als T-Top-Modell oder als Roadster konfigurieren lässt. Zusätzlich kann das komplette Dach nach hinten leicht aufgeklappt werden, so dass auch im geschlossenen Auto die Luft zirkulieren kann. Sämtliche Dachteile lassen sich im Wagen unterbringen - falls unterwegs die Sonne unerwartet scheinen sollte.
Für den Motor bleiben nur zwei Sehschlitze
Bei der Autoshow in Los Angeles zeigten Ford und Genaddi den Wagen im knalligen Gelbton "Valencia Yellow". Am deutlichsten unterscheidet sich der Roadster vom Coupé am Heck, wo es nur noch zwei schmale Fensterchen gibt, durch die man den Motor mehr ahnen als sehen kann. Dafür verfügt die offene Variante über sogenannte Skydomes, die sich wie Rampen hinter den beiden Carbon-Schalensitzen des Innenraums aufbauen. Technisch ist der Wagen identisch mit dem Ford GT, und das bedeutet: 5,4-Liter-V8-Motor mit 550 PS. Die Beschleunigung von 0 auf 100 gelingt in 3,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 330 km/h.
Über den Preis des Umbaus gibt es derzeit noch keine Angaben. Ford verkauft den GT für umgerechnet rund 170.000 Euro - jedoch sind nur 14 Autos für den deutschen Markt bestimmt. Die Aufregung um den GTX1 in Las Vegas machte sich übrigens auch Sony zunutze. Der japanische Elektronikriese stellte in dem Auto das neue Musiksystem Xplod vor. Die 600-Watt-Anlage verfügt über einen USB-Anschluss, über den bis zu ein Gigabyte MP3-Dateien geladen werden können.
Doch ist dieses Auto der richtige Ort für ein Hightech-Audiosystem? Mit einem 550-PS-Motor direkt hinter den Ohren und einem Fahrtwindsturm, der im Extremfall mit mehr als 300 Sachen übers Cockpit bläst? Vermutlich nicht. Doch das Auto war ja ursprünglich weniger zum Fahren, sondern vielmehr als Lockvogel gedacht.