Ford-Neuheiten: Prinzip Gießkanne - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Ford-Neuheiten Prinzip Gießkanne

Die deutsche Dependance des US-Konzerns Ford präsentiert zum Frühjahr eine ganze Reihe frischer Modelle. Für jeden ist etwas dabei - die Autos sind schnell oder luxuriös, sparsam oder visionär. Die Kölner wollen Everybody's Darling werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

So ist beim Genfer Salon beispielsweise die Studie eines neuen Topmodells des Unternehmens zu sehen, der Mondeo ST Concept. Das Fahrzeug ist als Edelsportler gedacht und bietet für die Klassifizierung als "edel" ein Navigationssystem, Ledersitze und -lenkrad sowie einen speziellen Silberlack, dem winzige Glaspartikel beigemischt sind, wodurch ein raffiniertes Schimmern erzeugt wird.

In die Kategorie "sportlich" gehören Dinge wie der V6-Motor mit 220 PS (162 kW), ein tiefergelegtes Fahrwerk, 18-Zoll-Alufelgen mit 225er Niederquerschnittreifen, ausgestellte Kotflügel und eine Doppelauspuffanlage mit Endrohren aus Edelstahl.

Für den Verkauf ab Sommer bestimmt ist der Focus RS, ebenfalls ein Modell für die Sportkameraden unter den Führerscheinbesitzern. Als Antrieb ist ein 2-Liter-Vierzylindermotor mit Turbo und Ladeluftkühler eingebaut, der über 200 PS leistet. Übertragen wird die Kraft mittels eines Fünfgang-Schaltgetriebes, bei 225 km/h riegelt die Elektronik den Vorwärtsdrang des Fahrzeugs ab.

Der Wagen mit den dicken Kotflügeln, den wuchtigen Stoßfängern und dem auffälligen Heckspoiler soll an den Focus aus der Rallye-Weltmeisterschaft erinnern. Im Innenraum dagegen herrscht alles andere als Rallye-Atmosphäre, denn hier finden sich schwarz-blaue Ledersitze, Klimaanlage und eine Audioanlage mit 6fach-CD-Wechsler.

Es geht innerhalb der Focus-Familie auch deutlich bescheidener. Das beweist der zweite Neuling der Baureihe mit Common-Rail-Turbodiesel-Motor, der ebenfalls ab dem Sommer ab 34.715 Mark angeboten wird.

Der 1,8-Liter-Vierzylinder leistet 115 PS (85 kW) und stellt ein Drehmoment von 250 Nm bereit. Wichtigste Maßzahl ist jedoch der Verbrauch: Ford nennt als Durchschnittswert 5,5 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer. Die Fahrleistung sind dennoch sehr ordentlich. Der Spurt von 0 auf Tempo 100 ist in 10,8 Sekunden möglich, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 193 km/h.

Ein weiterer Focus birgt möglicherweise die Zukunft nicht von Ford in sich, sondern der Automobilindustrie überhaupt. Der FCV genannte Wagen ist mit einem Brennstoffzellen-Antrieb ausgestattet. Getankt wird Wasserstoff, der in der Brennstoffzelle in Strom umgewandelt wird und einen Elektromotor antreibt. Dieses Aggregat leistet bis zu 88 PS (65 kW), liefert ein maximales Drehmoment von 130 Nm und erlaubt eine Spitzengeschwindigkeit von 130 km/h. Die Kölner feiern den Wagen als "weltweit erstes alltagstaugliches Brennstoffzellen-Fahrzeug auf Basis eines Serienmodells".

In Genf zu sehen sind außerdem die beiden neuen Geländewagenmodelle Explorer und Maverick, die noch in diesem Jahr auf die europäischen Märkte kommen sollen. Wesentliche Neuerungen sind beim Explorer das komplett überarbeitete Fahrwerk sowie eine Vergrößerung des Innenraums und renovierten Motoren; beim Maverick wurde vor allem im Innenraum Detailarbeit geleistet.

Wirklich neu ist jedoch der Prototyp eines Maverick mit Hybridantrieb, ein Auto, dass 2003 in Serie gehen soll und sich möglicherweise dann "sparsamster Sport-Utility-Wagon" der Welt nennen darf. Die fahrbereite Studie kombiniert einen Vierzylinder-Verbrennungsmotor mit einem elektrischen Antrieb. Weitergehende Einzelheiten mag Ford noch nicht verraten.

Die Kölner wollen sich nicht noch von einem Wettbewerber die Tour vermasseln lassen, doch bislang hat keine anderer Marke ein ähnliches Projekt angekündigt.

Mehr lesen über