Forschungsprojekt Aero Train: Rasanter Schwebezustand - DER SPIEGEL
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Aero Train: Ritt auf der Luftwalze

Forschungsprojekt Aero Train Rasanter Schwebezustand

Es soll wenige Zentimeter über dem Boden schweben und bis zu 200 km/h erreichen -  mit dem Vehikel namens Aero Train stellten japanischen Entwickler jetzt ein gewagtes Konzept für den Verkehr der Zukunft vor. Die Energie sollen Solarzellen liefern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein japanisches Forscherteam unter der Leitung von Professor Yusuke Sugahara von der Tohoku Universität in Sendai hat ein filigran aussehendes Robotermobil entwickelt, das sich - ähnlich wie ein Luftkissenboot - nur wenige Zentimeter über dem Untergrund schwebend fortbewegt. Dabei nutzt der so genannte Aero Train das Bodeneffekt (Ground Effect) genannte physikalische Phänomen, bei dem ein luftumströmter Körper wie etwa ein Flügel unter bestimmten Bedingungen in Bodennähe Auftrieb erhält. Das Fahrzeug gleitet auf einer Luftwalze dahin - einen Rollwiderstand gibt es damit nicht.

Ein ferngesteuerter Prototyp eines solchen von Propellermotoren angetriebenen Aero Trains funktioniert bereits. Die Forscher der Tohoku Universität, übrigens eine Partner-Hochschule der RWTH in Aachen, haben zum Fahrzeug auch eine spezielle, U-förmige Betonschiene entwickelt, mit dessen Hilfe sich die Luftströmung besser kontrollieren lassen soll. Der automatischen Steuerung, die den Abstand des Fahrzeugs zu Boden und Seitenwänden, die Geschwindigkeit und den Kurs kontrolliert, dienen die Wände gleichzeitig zur Orientierung.

Die Zukunftsvision für den Aero Train sieht nach den Vorstellungen des Teams um Professor Sugahara folgendermaßen aus: Die Route gibt ein Tunnel vor, dessen Dach aus Solarzellen besteht. Der in diesen Solarzellen produzierte Strom soll dann per Induktionstechnik direkt in die Batterien des Aero Train geleitet werden und die Rotoren antreiben.

Das klingt sehr futuristisch, aber zumindest der Prototyp funktioniert. Und Bodeneffektfahrzeuge an sich sind ja auch nichts grundsätzlich Neues. Sowjetische forscher entwickelten beispielsweise ab 1964 zahlreiche Fahrzeuge unter dem Namen Ekranoplan. Diese Vehikel waren bis zu 540 Tonnen schwer, bis zu 500 km/h schnell und für den Abschuss von Atomraketen ausgelegt.

jüp

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