Frisierte Verbrauchswerte VW hat Testabläufe manipuliert
Noch kein Licht in Sicht: VW rutscht immer tiefer in den Abgasskandal
Foto: Julian Stratenschulte/ dpaDie frisierten Angaben bei Spritverbrauch und CO2-Ausstoß bei Autos des VW-Konzerns sind auf manipulierte Testabläufe zurückzuführen. Die Falschangaben seien entweder über Manipulationen im Messvorgang auf dem Prüfstand oder durch präparierte Testwagen zustande gekommen, sagte ein Konzernsprecher. "Nicht alle betroffenen Modelle wurden auf dem Firmengelände in Wolfsburg auf dem Prüfstand getestet." Einige Modelle seien auch extern überprüft worden, sagte der Sprecher.
Bevor neue Automodelle vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) für den Straßenverkehr zugelassen werden, müssen verschiedene Gutachten erstellt werden, unter anderem zu den Abgaswerten. Die Messungen werden von sogenannten Technischen Diensten abgenommen, unter anderem vom TÜV. Das erledigen die Dienstleister entweder auf den eigenen Prüfständen oder direkt beim Hersteller selbst.
Die EU will nationale Regulierer besser kontrollieren
Sollte es tatsächlich zu Manipulationen im Messvorgang gekommen sein, stellt sich einmal mehr die Frage nach der Wirksamkeit der behördlichen Kontrollen.
Die EU hat bereits angekündigt, nationale Regulierer und deren Kfz-Zulassungswesen zu überprüfen. VW hatte am Dienstag eingeräumt, dass bei internen Untersuchungen Unregelmäßigkeiten bei den CO2-Werten zahlreicher Modelle aufgefallen seien. Die Angaben zum Ausstoß für Kohlendioxid (CO2) und damit auch zum Spritverbrauch seien zu niedrig ausgewiesen worden. Bisher hatte VW keine Angaben zu den Ursachen für die falschen Werte im Verkaufsprospekt gemacht. Nur den Einsatz einer betrügerischen Software hatte der Konzern ausgeschlossen. Volkswagen zufolge könnten bis zu 800.000 Autos der Konzernmarken VW, Audi, Skoda und Seat betroffen sein.