Führerscheinneulinge Ungestraftes Rasen dank Softwarefehler
Rund 900.000 junge Menschen bestehen jedes Jahr in Deutschland ihre Führerscheinprüfung. Aber rund 20.000 von ihnen müssen ihren Führerschein innerhalb der Probezeit wieder abgegeben. Sie haben grundsätzliche Verkehrsregeln missachtet oder schwere Unfälle verursacht. Aber diese seit 15 Jahren geltende Regelung greift scheinbar nicht in jedem Fall. Nach einem Bericht des "Flensburger Tageblatt" haben manche Landkreise Probleme, die Daten der jungen Verkehrssünder zum Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg zu übermitteln, wo die Übertretungen gespeichert und Führerscheinentzüge veranlasst werden.
In dem Zeitungsbericht war der Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein als Beispiel angeführt worden. Der Chef der dortigen Fahrerlaubnisbehörde, Lutz Stock, führt den Missstand auf Software-Probleme zurück. So habe beispielsweise nach dem Senden von 8000 Daten nach Flensburg der Computer einige hundert Fehlermeldungen aufgewiesen. Doch für die nötigen Nachbearbeitungen von Hand reiche die Zahl der Mitarbeiter nicht aus, wird Stock in der Zeitung zitiert.
Das KBA bestätigte die Schwierigkeiten bei der Datenübertragung. "Das untergräbt die Probezeit. Verkehrsteilnehmer, die eigentlich mit Sanktionen rechnen müssen, fahren lustig weiter", so die KBA-Sprecherin Angela Bartholmae. Sie könne aber nicht sagen, wie viele Kreise oder Führerscheinneulinge in Deutschland davon betroffen seien.